Politik : Ist Osama bin Laden schon tot?

Ashwin Raman

Pakistans Präsident Musharraf ist "fast sicher", dass sich Osama bin Laden nicht in seinem Land aufhält. Die pakistanische Zeitung Al Akhbar unterstützt diese Behauptung. Am Sonntag berichtete sie "aus verlässlichen Quellen", dass bin Laden und Mullah Omar bereits tot seien. Danach wurden sie durch eigenen Befehl von Al-Qaida-Soldaten getötet als Kandahar fiel. Eine von bin Ladens Frauen soll gesagt haben, er werde Afghanistan nie verlassen und habe immer wieder betont, dass andere nach seinem Tod seinen Kampf gegen die USA weiterführen werden.

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Der amerikanische Geheimdienst CIA kann sich jedoch mit dieser Aussage nicht anfreunden und hat zusätzliche Ermittler in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet bei Kurram geschickt. Pakistans Grenze von Wakham im Norden bis Baluchistan im Westen ist insgesamt 2400 Kilometer lang und aufgeteilt in sieben autonome Stammesgebiete. Kurram ist über insgesamt acht mögliche Fluchtwege aus Tora Bora zu erreichen. Diese Wege sind von der pakistanischen Armee und der amerikanischen CIA abgeriegelt worden. Der pakistanische General Asghar Khan sagte dem Tagesspiegel: "Es gibt viele Theorien, aber wer soll bin Laden in diesem Gebiet schützen? Hier leben auch viele Shiiten, die Taliban-Gegner sind. Mir ist bewusst, dass Osama bin Laden bei vielen Stämmen beliebt ist, sogar unter unseren Soldaten. Sie können ihn durchreisen lassen, aber ihn zu verstecken, ist fast unmöglich."

Rahimullah Yusufzai, die Stimme Afghanistans bei der BBC und jemand, der bin Laden mehrmals begegnet ist, sagte dem Tagesspiegel: "Osama ist in Afghanistan. Er hat immer noch Unterstützung im Land. Hätte er fliehen wollen, hätte er nicht so lange gewartet. Wie ich ihn kenne, wäre es gegen seine Ehre, ein Land zu verlassen, dass zu ihm gestanden hat."

Es gibt auch Neuigkeiten über Taliban-Führer Mullah Omar. Die britische Zeitung Sunday Telegraph berichtete am Sonntag unter Berufung auf diplomatische Quellen, die oft in Zeitungen und im Fernsehen gesehenen Bilder seien nicht von Mullah Omar. "Ich bin ihm mehrmals begegnet. Dieser Mann ist niemals Mullah Omar", so der Diplomat, der viele Jahre in Afghanistan verbracht hat. Wenn er Recht hat, würde dies die Arbeit der Geheimdienste, die nach Mullah Omar fahnden, erheblich erschweren. Wie sollen sie einen Mann verfolgen, wenn sie noch nicht einmal wissen, wie er aussieht?

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