Istanbul : Kritik nach Ende des Weltwasserforums

Umweltschützer kritisieren das Ergebnis des Istanbuler Weltwasserforums: Die offiziellen Erklärungen seien unverbindlich und reichten nicht aus, um die drohende Krise bei der Versorgung mit Süßwasser abzuwenden.

Istanbul Umweltschützer haben das Ergebnis des fünften Weltwasserforum in Istanbul am Sonntag kritisiert und die Regierungen zu ernsthafteren Bemühungen aufgefordert. Sie bemängelten, die offiziellen Erklärungen des Istanbuler Treffens seien unverbindlich und reichten nicht aus, um die drohende Krise bei der Versorgung mit Süßwasser abzuwenden. Minister und Delegationschefs versprachen stärkere Bemühungen für den Schutz des Wassers. Es gab keine Einigung auf ein Menschenrecht auf Wasser, wie schon bei letzten Weltwasserforum vor drei Jahren in Mexiko.

"Die offizielle Abschlussdeklaration des Weltwasserforums ist größtenteils eine Ansammlung von unverbindlichen Plattitüden und nicht der dringend notwendige Aktionsplan", erklärte Martin Geiger, Wasserexperte der Umweltstiftung WWF Deutschland, am Sonntag in Istanbul. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) forderte die Minister auf, sich mehr auf den Schutz der Umwelt zu konzentrieren und nicht nur auf technischen Lösungen. Bei dem weltweit größten Expertentreffen war eine Woche lang über den Zugang zu sauberem Wasser, Wasserrechte und den Einsatz moderner Technologien beraten werden. Der Bau neuer Staudämme blieb ein Streitthema.

19 Unterschriften fehlen noch

Zu der Konferenz waren Vorsitzende internationaler Organisationen und Vertreter aus mehr als 100 Staaten angereist. Insgesamt gab es mehr als 20.000 Teilnehmer. Initiator ist der Weltwasserrat, dem Wissenschaftler, Organisationen und internationale Unternehmen angehören. Positiver Aspekt des Weltwasserforums sei, dass sich einige Nationen schrittweise zur endgültigen Ratifizierung der UN-Konvention zu einem grenzübergreifenden Management von Wasservorkommen bekennen, erklärte WWF Deutschland.

"Unsere Hoffnung ist, dass die fehlenden 19 Unterschriften, die für das Inkrafttreten des Abkommens notwendig sind, in naher Zukunft geleistet werden", sagte Geiger. Die UN-Konvention ist Grundlage für die Bewirtschaftung grenzüberschreitender Süßwasservorkommen, die sich im Hoheitsgebiet mehrerer Staaten befinden. (mpr/dpa)

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