Italien : Er wollte zu Berlusconi

Die italienische Polizei hat in der Nacht zum Mittwoch im San-Raffaele-Hospital in Rom einen möglicherweise geistig verwirrten jungen Mann in der Nähe des Krankenzimmers des italienischen Ministerpräsidenten festgenommen.

Rom - Der 26-jährige Mann habe es geschafft, bis in den Flur zu kommen, in dem auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi liege, erklärte ein Polizeisprecher. Der 26-jährige Mann werde vernommen. Es habe sich offenbar um einen Anhänger Berlusconis gehandelt. Er werde vermutlich wieder auf freien Fuß gesetzt. „Ich will mit Berlusconi sprechen“, habe der Eindringling bei seiner Festnahme gesagt. Der Mann war über eine Tiefgarage in das Gebäude gelangt. In seinem Auto wurden den Angaben zufolge Hockeyschläger und zwei verrostete Messer gefunden.

Der Regierungschef erholt sich in der Mailänder Klinik von den Folgen eines Angriffs eines offenbar geistig verwirrten Mannes am Sonntag. Berlusconi habe in der Nacht zwar wieder mehr Schmerzen gehabt und auch ein altes Nackenleiden bereite ihm wieder Probleme, sagte sein Sprecher Paolo Bonaiuti, er werde aber trotzdem am Mittwoch aus der Klinik entlassen. Im Krankenhaus erhielt Berlusconi auch einen Anruf von US-Präsident Barack Obama, der ihm gute Besserung gewünscht habe, erklärte Bonaiuti.

Die Ärzte haben dem Regierungschef empfohlen, sich mindestens zwei Wochen lang von allen öffentlichen Veranstaltungen fernzuhalten. Der Angreifer Massimo Tartaglia, der laut Polizei wegen psychischer Probleme aktenkundig ist, entschuldigte sich bei Berlusconi. Der 42-Jährige hatte Berlusconi am Sonntagabend eine Miniaturnachbildung des Mailänder Doms ins Gesicht geschleudert. Dabei erlitt der 73-Jährige einen Bruch der Nasenscheidewand, außerdem brachen zwei Vorderzähne ab. Er brach blutüberströmt zusammen und kam sofort ins Krankenhaus.

Berlusconis Sprecher sagte, wie immer habe der Regierungschef morgens um sieben mit dem Zeitunglesen angefangen. „Er ist ein Arbeitstier.“ Ob er die geplante Pressekonferenz zum Jahresende geben könne, sei ungewiss. Eine für Mittwoch geplante Reise zum Weltklimagipfel hatte Berlusconi nach dem Angriff bereits abgesagt. APD/dpa/AFP

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