Italien : Geht Berlusconi als Nächster?

Der Druck auf Italiens Regierungschef wächst. Noch weist Silvio Berlusconi aber noch alle Rücktrittsgerüchte zurück.

Räumt seinen Stuhl: der scheidende Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Der Übergangsregierung wird er nicht mehr vorstehen.
Räumt seinen Stuhl: der scheidende Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Der Übergangsregierung wird er nicht mehr vorstehen.Foto: AFP

Athen/Rom/Berlin - Neben Griechenland steht möglicherweise auch Euro-Sorgenkind Italien vor einem Regierungswechsel. Ministerpräsident Silvio Berlusconi wies Gerüchte über einen Rücktritt am Montag allerdings erneut zurück. In Athen haben sich die Parteien auf die Bildung einer neuen Regierung verständigt. Die Gespräche seien positiv verlaufen, teilte Regierungssprecher Ilias Mosialos am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa mit. Einzelheiten nannte er nicht. Das staatliche Fernsehen NET berichtete, das Ergebnis solle erst am Dienstag bekanntgegeben werden. Nach Informationen griechischer Medien soll der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), der parteilose Lucas Papademos, Chef einer Interimsregierung werden. Die neue Regierung soll das Land bis Februar führen. Danach könnten Neuwahlen stattfinden. „Wahrscheinlichstes Datum ist der 19. Februar“, sagte Finanzminister Evangelos Venizelos, der Griechenland bei der Tagung der Euro-Gruppe in Brüssel vertrat.

Unter dem steigenden Druck der Finanzmärkte auf das ebenfalls hoch verschuldete Euro-Land Italien rang Silvio Berlusconi weiter um seine Regierungsmehrheit. Nach einer nächtlichen Krisensitzung hinter verschlossenen Türen zog sich der italienische Regierungschef am Morgen von Rom nach Mailand zurück, was in den Medien als Atempause vor einer für Dienstag erwarteten Feuerprobe in der Abgeordnetenkammer gewertet wurde. An den Finanzmärkten kletterte die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen auf einen Rekordwert von 6,638 Prozent – Zeichen des großen Misstrauens der Investoren. Angesichts seiner schwindenden Regierungsmehrheit gelang es Berlusconi nicht, die Märkte zu beruhigen. dpa

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