Politik : Italien hat gewählt: Berlusconi profitiert vom Mehrheitswahlrecht

Clemens Wergin

Silvio Berlusconi hat die italienischen Wahlen klar für sich entschieden. Nach dem Stand der Auszählungen am Dienstag verfügt seine Mitte-Rechts-Koalition in beiden Kammern über eine komfortable Mehrheit. Obwohl das konservative Bündnis im Senat und im Abgeordnetenhaus nur jeweils 3,3 und 1,7 Prozentpunkte vor der Koalition Francesco Rutellis lag, bewirkte das Mehrheitswahlrechts einen Vorsprung von 177 zu 128 Stimmen im Senat und 368 zu 240 im Abgeordnetenhaus. Verluste verzeichneten vor allem die kleineren Partner innerhalb der beiden Bündnisse und die unabhängigen Parteien. So kamen im konservativen Lager weder die Lega Nord noch die CDU/CCD über die Vier-Prozent-Hürde. Auch die Grünen schafften es nicht. Nur die unabhängige "Rifondazione Comunista" überwand die vier Prozent. Wegen stundenlanger Wartezeiten an den Urnen lag die Wahlbeteiligung mit rund 81 Prozent leicht unter den Werten von 1996 (knapp 83). Obwohl das letzte Wahllokal erst mehr als sechs Stunden nach dem offiziellen Termin schließen konnte, hat bisher keine der Parteien angekündigt, die Wahl anfechten zu wollen.

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