Italien : Prodi will D'Alema, Berlusconi Monti

Bei der Wahl des Nachfolgers von Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi zeichnet sich erneut eine Machtprobe zwischen Mitte-rechts und Mitte-links ab: Während Romano Prodi den Ex-Kommunisten Massimo D'Alema favorisiert, setzt Silvio Berlusconi auf den früheren EU-Kommissar Mario Monti.

Rom - Der designierte italienische Ministerpräsident Romano Prodi unterstützt eine Kandidatur des einflussreichen Chefs der Linksdemokraten, Massimo D'Alema, für das Amt des Staatspräsidenten. Prodi werde mit seinen Koalitionspartnern über den Vorschlag beraten, berichteten italienische Medien am Freitag. Prodi habe auch bereits mit seinem Vorgänger Silvio Berlusconi über eine Kandidatur des 57- jährigen Ex-Kommunisten D'Alema gesprochen. Jedoch fordere die Mitte- rechts-Koalition weiterhin einen Staatspräsidenten aus den eigenen Reihen oder eine moderatere Lösung. Der erste Wahlgang findet am kommenden Montag statt.

Berlusconi habe Prodi erneut Gianni Letta als Nachfolger von Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi vorgeschlagen. Der 71-jährige Journalist war unter der Regierung Berlusconi Staatssekretär. Ciampi hatte angekündigt, er werde für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehen. Auch habe Berlusconi, der im April die Parlamentswahl knapp verloren hatte, den ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti als möglichen Bewerber für das Amt genannt, hieß es weiter. Der 63-jährige Präsident der Mailänder Bocconi-Universität war von 1999 bis 2004 Wettbewerbskommissar in Brüssel.

Der Staatspräsident wird in Italien von insgesamt 1010 Abgeordneten, Senatoren und Abgeordneten der Regionen gewählt. In den ersten drei Wahlgängen ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, ab dem vierten Wahlgang die absolute Mehrheit. Zeitungen berichteten, dass Prodi wahrscheinlich auf 541 Stimmen sicher zählen kann, während die Mitte-rechts-Allianz lediglich auf 460 Stimmen kommt. Weitere neun Wähler seien unabhängig oder Senatoren auf Lebenszeit. (tso/dpa)

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