Italien : Razzia gegen Terrornetzwerk

Auf Initiative der italienischen Justiz ist die Polizei heute in einer groß angelegten Aktion in vier EU-Ländern gegen ein mutmaßliches Terrornetzwerk vorgegangen. Die italienische Justiz hat 20 Haftbefehle erlassen. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Rom/ParisAuf Initiative der italienischen Justiz ist die Polizei heute in einer groß angelegten Aktion  in vier EU-Ländern gegen ein mutmaßliches Terrornetzwerk vorgegangen. Es sei gelungen, die Gruppe, die in Europa, vor allem aber in Italien aktiv gewesen sei, zu "enthaupten", sagte der italienische Innenminister Giuliano Amato. Die Staatsanwaltschaft in Mailand hatte 20 Haftbefehle erlassen, die Anzahl der Festnahmen war jedoch zunächst unklar. Bei den meisten Verdächtigen handelt es sich laut Amato um Tunesier. Ihnen wird vorgeworfen, Extremisten ausgebildet und Selbstmordanschläge im Irak und in Afghanistan vorbereitet zu haben.

Die Razzien erstreckten sich laut dem italienischen Fernsehsender Sky auf Italien, Frankreich, Großbritannien und Portugal. Ein Tunesier wurde nach Angaben aus französischen Ermittlerkreisen im Großraum Paris festgenommen. Auch die portugiesische Polizei berichtete einer Meldung der Nachrichtenagentur Lusa zufolge von einer Festnahme. Wie viele der 20 Gesuchten den Sicherheitskräften insgesamt ins Netz gingen, war zunächst nicht bekannt.

Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa förderten die Durchsuchungen elektronische Fernzünder, giftige  Substanzen und Anleitungen für den bewaffneten Kampf zutage. Die Ermittlungen gegen die Beschuldigten, die alle aus dem Ausland stammten, seien bereits 2004 begonnen worden. Den Terrorverdächtigen wird den Angaben zufolge auch die Fälschung von Dokumenten zur Last gelegt, mit deren Hilfe sie heimlich von einem europäischen Land ins andere reisen konnten. Anschläge in Italien seien offenbar nicht geplant gewesen. (mit AFP)

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