Politik : Italien schlägt Deutschland vor dem Fifa-Gericht

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Berlin - Die Fußball-Nationalmannschaft muss heute das WM-Halbfinale in Dortmund gegen Italien ohne Torsten Frings bestreiten. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes Fifa verurteilte den Bremer wegen seiner Beteiligung an den Rangeleien nach dem Viertelfinale gegen Argentinien zu einem Spiel Sperre. Um einer zweiten Sperre zu entgehen, muss Frings ein halbes Jahr auf Bewährung spielen. Das Gremium sah es nach erneutem Studium der Fernsehbilder als erwiesen an, dass Frings dem Argentinier Julio Cruz ins Gesicht geschlagen hat. Die Entscheidung ist endgültig. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte Teammanger Oliver Bierhoff nach dem Urteil. „Dennoch sind wir optimistisch, dass Torsten Frings im Finale wieder dabei ist.“ Frings hatte seine Unschuld beteuert, Opfer Cruz hatte gesagt, er habe nichts gemerkt.

Es ist die erste Sperre durch Videobeweis bei einer WM. Die Fifa erklärte, sie sei am Sonntagabend selbst auf den Sachverhalt aufmerksam geworden, die Initiative sei nicht von italienischer Seite ausgegangen. Medien in Italien hatten die Bilder analysiert und zuerst über eine mögliche Beteiligung von Frings berichtet.

Vor dem Halbfinale heute um 21 Uhr richten sich die Fanmeilen auf einen Besucheransturm ein. Berlin hat die Kapazität seines Festes von 750 000 auf 900 000 Zuschauer erweitert. Einen Tag nach der Amokfahrt eines 33-Jährigen auf der Berliner Fanmeile ist das Motiv weiter unklar. Gegen den Mann werde wegen versuchten Mordes ermittelt, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben des Senats werden die Vorsperren an der größten deutschen WM-Fanmeile verstärkt. ide

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