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Italien : Technokraten und Tsunamis - wer sich Chancen bei der Wahl ausrechnet

22.02.2013 18:02 UhrVon Tsp

Mario Monti

Er wird am 19. März 70 Jahre alt. Der spröde wirkende Bankierssohn aus der Lombardei ist studierter Ökonom, der schon mit 27 Jahren Wirtschaftsprofessor wurde. 1994 wurde Monti EU-Kommissar für den Binnenmarkt und später für den Wettbewerb. Ab 2004 leitete Monti die Mailänder Wirtschaftsuniversität. Im November 2011 folgte er Regierungschef Berlusconi nach, der wegen der Finanz- und Haushaltskrise sowie mehrerer Finanz- und Sexskandale zurückgetreten war.

Silvio Berlusconi

Die italienische Politik dominiert der aus kleinen Verhältnissen stammende Silvio Berlusconi, der sich sein Jurastudium unter anderem als Conferencier auf Kreuzfahrtschiffen und als Sänger finanzierte, seit 1994. Nach dem Zerfall des traditionellen Parteiensystems wurde seine damalige Sammlungsbewegung „Forza Italia“ aus dem Stand stärkste politische Kraft.

Die Bewegung verdankte ihren Erfolg vor allem dem medialen Trommelfeuer der Fernsehsenders Berlusconis. Als schärfster Gegner Berlusconis erweist sich seit Mitte der 1990er Jahre vor allem die Justiz. Er wurde unter anderem der Bestechung, der Bilanzfälschung, der illegalen Parteienfinanzierung und der Steuerhinterziehung beschuldigt, ohne dass es je zu einer rechtskräftigen Verurteilung kam.

Pier Luigi Bersani

Geboren wurde Pier Luigi Bersani in der Emilia Romagna, nach 1945 eine der Hochburgen der Kommunisten. Nach seinem in Bologna abgeschlossenen Philosophiestudium arbeitete Bersani hauptamtlich für die Partito Communista Italiano (PCI). Zeitgleich sammelte er erste Erfahrungen in der Kommunalpolitik und in der Regionalregierung der Emilia Romagna. Seit dem Wandel der PCI zu einer sozialdemokratischen Partei gehört Bersani zu deren führenden Köpfen. An der Spitze der PD steht der Vater zweier Töchter seit 2009. Bersani hat sich den Ruf eines bodenständigen Politikers erworben.

Beppe Grillo

„Tsunami-Tour“ nennt der 63-jährige Beppe Grillo seinen Wahlkampf. Wie eine tropische Naturkatastrophe ist er auf der politischen Landkarte erschienen. Er ist gelernter Buchhalter und wurde später als Komiker und Schauspieler bekannt. Mit seinen Brandreden gegen die tradierten Parteien trifft er den Nerv der Italiener und füllt die Plätze. Im Internet geißelt er als weltweit bekannter Blogger jene 24 Politiker, die wegen diverser Delikte vorbestraft sind. Grillo ist ebenfalls vorbestraft und kann deshalb gemäß den strengen Regeln der von ihm gegründeten „Fünf-Sterne“-Bewegung selbst nicht für das Parlament kandidieren. Tsp/rtr

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