Politik : Italien will mit EU-Hilfe Schlepperbanden bekämpfen

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Syrakus Nach dem Tod von vermutlich 28 afrikanischen Zuwanderern auf dem Mittelmeer hat Italien die EU zum Handeln aufgerufen. Europa müsse legale Einwanderer würdig aufnehmen. Die von Schlepperbanden organisierte illegale Zuwanderung sei dagegen entschieden zu bekämpfen, sagte Innenminister Giuseppe Pisanu am Montag. Zugleich inhaftierten die Behörden auf Sizilien am Montag zwei mutmaßliche liberianische Schleuser des „Todesbootes“.

Auf dem Holzboot waren nach Schätzungen der Behörden auf der Überfahrt von Libyen nach einem Motorschaden 27 afrikanische Flüchtlinge an Entkräftung gestorben, darunter ein knapp einjähriger Junge. Die Leichen wurden von den Überlebenden ins Meer geworfen. Dem deutschen Frachter „Zuiderdiep“ gelang es am Wochenende, 72 völlig entkräftete Passagiere über 100 Seemeilen südlich von Sizilien zu retten. Ein Zuwanderer erlag später einem Herzschlag. Etwa 60 Überlebende wurden am Montag in ein Durchgangslager gebracht.

Italienische Medien berichteten, seit 1996 seien zwischen Nordafrika und Sizilien mindestens 900 Zuwanderer umgekommen. Das staatliche italienische Fernsehen berichtete unter Berufung auf Experten, Hunderttausende Menschen in Afrika warteten derzeit auf eine Überfahrt nach Italien und Europa.

Die „Zuiderdiep“ konnte ihre Fahrt in die Türkei fortsetzen. Die italienischen Behörden machten – im Unterschied zum Umgang mit dem deutschen Rettungsschiff „Cap Anamur“ vor einem Monat – nach Angaben der Reederei des Schiffes in Leer keine Schwierigkeiten beim Anlaufen eines Hafens. dpa

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