Politik : Italiener protestieren gegen US-Basis Auch in Polen Kritik an Washingtons Plänen

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Vicenza - Zehntausende Demonstranten haben am Samstag im norditalienischen Vicenza gegen den geplanten Ausbau der dortigen US-Militärbasis protestiert. Nach Angaben der Organisatoren waren rund 100 000 Menschen gekommen, die Polizei nannte die Zahl 70 000. Aus Angst vor Ausschreitungen hatte die Regierung mehrere tausend Sicherheitskräfte mobilisiert. Schulen und Museen blieben geschlossen, auch viele Geschäfte machten dicht. Zwischenfälle wurden bis zum Abend nicht gemeldet.

Ministerpräsident Romano Prodi hatte die Teilnehmer nur Stunden zuvor zur Ruhe ermahnt. Demonstrationen seien „das Salz der Demokratie“, sie müssten aber „ohne jede Gewalt“ verlaufen. Vor allem Kommunisten und autonome linke Bewegungen hatten zu der Aktion aufgerufen. Unter den Teilnehmern waren auch Mitglieder der Koalitionsparteien.

Kommentatoren werteten die Demonstration auch als Zeichen des wachsenden Widerstandes gegen die Außenpolitik des Mitte-links-Kabinetts: Prodis Regierung hatte erst vor kurzem dem Ausbau der Militärbasis zugestimmt und sich dabei auf Verabredungen der Vorgängerregierung Berlusconi mit den USA berufen. Außerdem hatte die Regierung, ebenfalls gegen Kritik in den eigenen Reihen, die Stationierung der italienischen Soldaten in Afghanistan verlängert.

Im jungen Nato-Land Polen gibt es auch in der Regierung Widerstand gegen US-Militärpläne: Vizepremier Andrzej Lepper sprach sich am Samstag gegen die US-Raketenabwehr aus, die in Polen und Tschechien stationiert werden soll. Man könne die Sorgen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine nicht ignorieren, sagte Lepper. dpa/Tsp/AFP

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