Politik : Italiens Linke gründet neue Partei

Rom - In Italien hat am Sonntag die Geburtsstunde einer neuen Partei geschlagen. Anhänger der Linken waren aufgerufen, den Chef der neuen Formation namens Demokratische Partei (PD) zu wählen, die nach langer Vorbereitung aus den beiden größten Regierungsparteien, – Linksdemokraten und die katholische Margherita – und aus mehreren kleinen Parteien entstanden ist. Ministerpräsident Romano Prodi will mit der Fusion zur Stabilisierung seiner Mitte-links-Koalition beitragen, die in einem Umfragetief steckt. Ihr gehören bisher zwölf Parteien an.

Haushoher Favorit unter den fünf Kandidaten für den Posten des Chefs der neuen Demokratischen Partei war der Linksdemokrat Walter Veltroni, seit 2001 Bürgermeister von Rom. Die Neugründung schlage eine „neue Seite in der italienischen Geschichte“ auf, sagte der 52-Jährige. Als PD-Chef würde Veltroni zum Rivalen Prodis, dessen Popularität in Italien sinkt. Ebenfalls gewählt werden sollten 2400 Mitglieder der konstituierenden Versammlung der neuen Partei. Größte Unbekannte der Wahl war zunächst die Beteiligung: Eine Stimmabgabe von weniger als einer Million Italienern wäre nach Einschätzung von Experten eine Niederlage für Veltroni.

Die oppositionelle Rechtsaußenpartei Alleanza Nazionale (AN) organisierte am Samstag im Zentrum Roms eine Kundgebung gegen die Koalition Prodis. Ein Mitglied der Parteispitze sprach von 400 000 Teilnehmern, die Polizei von mehreren Zehntausend. AN-Parteichef Gianfranco Fini hielt am Kolosseum eine Rede für mehr Sicherheit und weniger Steuern. „Es fehlt uns nicht mehr viel, um wieder an die Regierung zu gelangen“, rief er seinen Anhängern zu. Fini war unter Ex-Premier Berlusconi Außenminister und Vize-Regierungschef. AFP

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