Politik : Italiens Linke nach Umfragen vorn

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Rom In Italien haben am Sonntag Regionalwahlen begonnen, die als wichtiger Stimmungstest vor den Parlamentswahlen 2006 gelten. Rund ein Jahr vor dem Abstimmungsduell zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und seinem linken Herausforderer Romano Prodi sahen Umfragen die Linke bei den zweitägigen Wahlen klar vorn. Am Sonntag lag die Wahlbeteiligung bis zum Mittag bei 12,5 Prozent.

Erste Ergebnisse werden am Montag nach Schließung der Wahllokale um 17 Uhr erwartet. Bis dahin können in 13 von 20 Regionen insgesamt rund 40 Millionen Italiener abstimmen. Das sind etwa 80 Prozent aller Wahlberechtigten. In der Region Basilicata wurde die Wahl kurzfristig auf den 17. und 18. April verschoben.

Berlusconi hatte vor fünf Jahren als Oppositionschef mit einem Sieg bei den Regionalwahlen die Eroberung der Macht in Rom eingeleitet. Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Prodi will genau dasselbe tun. Prodis Chancen stehen nach Einschätzung von politischen Beobachtern nicht schlecht.

Da die Stimmung im Land derzeit eher gegen die Regierung Berlusconi gerichtet ist, griff der Premier kaum in den Wahlkampf ein. Die Unzufriedenheit beruht in erster Linie auf der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung. Außerdem werfen viele Italiener ihrer Regierung vor, Wahlversprechen nicht eingehalten zu haben. Berlusconis Rivale für die nationale Wahl im kommenden Jahr, reist dagegen in die Regionen, um für das linke Lager zu werben. Seit der frühere Premier, der zuletzt die EU-Kommission in Brüssel geleitet hatte, nach Italien zurückgekehrt ist, erfreut er sich großer Beliebtheit bei seinen Landsleuten. dpa

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