Politik : Iwanow und Robertson einigen sich auf Wiederaufnahme der Beziehungen

Russland und die Nato haben am Mittwoch auf höchster Ebene die Wiederaufnahme ihrer seit dem Kosovo-Krieg eingefrorenen Beziehungen vereinbart. Das teilte der russische Außenminister Igor Iwanow nach dem Treffen von Nato-Generalsekretär George Robinson mit dem russischen Übergangspräsidenten Wladimir Putin im Kreml mit. "Die Vertrauenskrise zwischen Russland und der Nato ist überwunden", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Iwanow und Robertson.

Russland, das sich als traditionell mit den Serben verbündet sieht, hatte wegen der Nato-Luftangriffe auf Jugoslawien im März 1999 die Zusammenarbeit mit der Nato auf Eis gelegt. Robertson war der erste hochrangige Nato-Vertreter, der nach dem Ende des Kosovo- Krieges Moskau besuchte.

Bei einem Treffen mit Robertson hatte zuvor der russische Übergangspräsident Wladimir Putin die Bereitschaft zur Wiederbelebung der Beziehungen zum westlichen Bündnis bekundet. Die russische Führung sehe den Besuch Robertsons nicht nur vor dem Hintergrund des belasteten Verhältnisses zwischen Moskau und der Nato, sondern auch im Kontext der "Zusammenarbeit für die europäische Sicherheit im Ganzen", sagte Putin weiter. Auch Robertson sagte, er sei gekommen, "um ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der Nato und Russland aufzuschlagen".

Unterdessen drängen die russischen Truppen bei ihrer angekündigten Schlussoffensive in Tschetschenien die Rebellen immer weiter in die südlichen Berge ab. Die Hauptverbände der Rebellen hätten ihre Stellungen in dem seit Wochen umkämpften Ort Duba-Jurt sowie in weiteren Ortschaften im Vorgebirge aufgegeben und sich in das Gebiet Schatoi zurückgezogen, teilte das russische Militärkommando am Mittwoch im Stab in Chankala bei Grosny mit. In der von den Russen nach sechswöchigem Kampf eingenommenen und zerstörten Hauptstadt Grosny suchten Pionier-Einheiten weiter nach Minen und versprengten Rebellen.

Die russische Luftwaffe setzt ihre Angriffe auf Stellungen der Rebellen in den Bergen fort. Ziel der Bombardierungen waren vor allem Stellungen bei Schatoi und Duba-Jurt im Argun-Flusstal. Seit Dienstag seien mehr als 50 Einsätze geflogen und mehr als 80 Rebellen getötet worden. 17 seien gefangen genommen worden.

Zu schweren Kämpfen kam es nach Angaben der Rebellen südöstlich von Duba-Jurt um die Ortschaft Elistanschi in der Bergregion Wedeno. Elistanschi ist von russischen Einheiten besetzt. Die Kämpfer hätten 70 russische Soldaten getötet und fünf Panzerfahrzeuge einer russischen Kolonne zerstört, teilte der Presse-Stab der Rebellen auf seiner Website im Internet mit. Nach Rebellenangaben zogen die Russen einen Teil ihrer Truppen vom Eingang zum Argun-Tal ab und verlegten sie einige Kilometer nach Osten an den Fluss Waschtar. Auch dort habe es schwere Gefechte gegeben.

Das russische Militär schloss nicht aus, dass die Rebellen ihre Verletzten in das angrenzende Georgien und in die Tschetschenien benachbarten russischen Teilrepubliken Dagestan und Inguschetien bringen wollten. In die Bergregion Schatoi soll nach russischen Erkenntnissen der führende Feldkommandeur der Rebellen, Schamil Bassajew, gebracht worden sein, der durch eine Minenexplosion schwer verwundet worden war und einen Fuß verloren hatte.

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