IWF : In der Pflicht

Der Internationale Währungsfonds (IWF), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, wird nur auf Wunsch betroffener Mitgliedsländer tätig. Ist eine Kreditzusage erteilt, stellt der Fonds allerdings sogenannte Leistungsbedingungen. Die Länder werden auf Maßnahmen verpflichtet, die Währung und Wirtschaft stabilisieren sollen. Ob ein Staat die Auflagen des IWF einhält, wird vierteljährlich kontrolliert. Sollte ein Land die Forderungen nicht umsetzen, wird die Auszahlung der Tranchen des Kredits gestoppt. Experten vermuten, dass der IWF von Griechenland unter anderem eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, die Senkung der Staatsausgaben und niedrigere Gehälter im öffentlichen Dienst fordern würde. Bislang unterstützt der Fonds lediglich EU-Länder, die nicht zur Eurozone gehören (Lettland, Ungarn und Rumänien). Griechenland wäre das erste Euroland, in dem der IWF eingreift. Einige Politiker sehen das kritisch. Zum einen sind die Kräfte im IWF nicht gleich verteilt. Da sich der Stimmanteil an der Höhe der finanziellen Beteiligung orientiert, haben die USA das größte Gewicht. Dass Washington über die Ökonomie hinaus Einfluss auf die griechische Politik nehmen würde, gilt aber als unwahrscheinlich. Problematischer könnte die Abstimmung mit der Europäischen Zentralbank sein. Der IWF gilt als risikofreudiger, wenn es gilt, Volkswirtschaften durch Geldentwertung anzukurbeln. Eine Entwertung des Euro allerdings ist nach Ansicht von Experten mit Europa nicht zu machen. as

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