Politik : IWF-Jahrestagung: Die Aufgaben der Weltbank

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Auch das Tun und Lassen der Weltbank trifft bei Nichtregierungsorganisationen auf harte Kritik. Soziale Belange und der Umweltschutz würden zu wenig beachtet, die Lage der Armen oft nur verschärft.

Aufgabenkatalog: Eigentlich ist es der Auftrag der Weltbank, durch langfristige Kredite, technische Hilfe und wirtschaftspolitische Beratung Entwicklungsländer zu fördern und die Lage der Armen dort zu verbessern. Die Weltbank fördert Investitionen in Ausbildung, Gesundheit, und in eine starke private Wirtschaft. Die Weltbank empfiehlt außerdem den Ländern, ihre Märkte zu öffnen.

Kritik der NGOs: Gerade die Liberalisierung von Sektoren und Märkten verschärft nach Ansicht der NGOs zunächst die Situation der ärmeren Länder.

Ein Beispiel: Nach der Schuldenkrise in Lateinamerika hat die Weltbank in mehreren Ländern den Export von landwirtschaftlichen Gütern angeregt, um so Devisen ins Land zu bekommen. Problematisch war dies nach Ansicht der NGOs aber deshalb, weil sich die Länder durch Anbau von Monokulturen, wie etwa Kaffee oder Zuckerrohr, stark vom Weltmarkt abhängig gemacht haben und für die eigene Nahrungsmittelproduktion zu wenig übrig bleibt. Außerdem blieben die Früchte des Wachstums oft nur in den Händen weniger und nutzten der armen Bevölkerung nur wenig. In ihrem neuesten Armutsbericht hat die Weltbank jetzt aber deutlich gemacht, dass sie künftig bei der Vergabe von langfristigen Krediten den Verteilungsaspekt stärker beachten will.

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