Politik : Jäger und Pioniere

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Olivier Besancenot (32), Briefträger

2002 war er noch der jüngste Kandidat, der je bei einer Präsidentschaftswahl in Frankreich angetreten ist. Besancenot gehört der trotzkistischen Ligue Communiste Révolutionnaire an und gründete in einem Supermarkt, in dem er jobbte, eine Ortsgruppe der kommunistischen Gewerkschaft CGT. Seit 1997 arbeitet er mit kurzer Unterbrechung als Briefträger.

José Bové (53), der Gallier

Der Landwirt ist entschiedener Globalisierungskritiker. Bekannt wurde er vor allem wegen seines Protests gegen das Importverbot für französischen Käse in den USA 1999: Zahlreiche Bauern zerstörten in Millau mit ihren Traktoren eine McDonald’s-Filiale. Bové musste dafür in Haft. Die Franzosen vergleichen ihn wegen seines Anti-Globalisierungs-Kampfes auch gerne mit dem Comic-Helden Asterix.

Marie-George Buffet (57), Feministin

Ein hohes Amt hatte sie schon einmal inne: Von 1997 bis 2002 war die Kommunistin Ministerin für Jugend und Sport. Die Mutter von zwei Kindern fiel bisher vor allem durch ihre Aktionen für ein liberales Abtreibungsrecht auf.

Arlette Laguiller (67), die Pionierin

Erfahrung ist ihr wichtigstes Gut. Die Trotzkistin des „Lutte ouvrière“ (Arbeiterkampf) tritt zum fünften und letzten Mal an. Sie war bei Präsidentschaftswahlen die erste weibliche Kandidatin in Frankreich überhaupt (1974).

Frédéric Nihous (39), der Jäger

Sohn eines Zahnarztes ist Nihous, und er geht für eine Partei ins Rennen um das Präsidentschaftsamt, die sich Chasse-Pêche-Nature-Traditions nennt: Jagen, Fischen, Natur und Tradition. Er selbst ist allerdings Jurist.

Gérard Schivardi (56), Bürgermeister

Die Kommunen liegen Schivardi, der von einer trotzkistischen Arbeiterpartei unterstützt wird, am Herzen. Er ist der Kandidat einer Gruppe von parteipolitisch unterschiedlichen Bürgermeistern.

Philippe de Villiers (58), Rechtsaußen

Villiers tritt für die rechtspopulistische Partei „Bewegung für Frankreich“ an. Der Europaabgeordnete will mit seiner Forderung nach einem Einwanderungsstopp Wähler gewinnen, die sich nicht zwischen Sarkozy und Le Pen entscheiden können.

Dominique Voynet (48), die Ökologin

Bis 2001 war sie bereits Ministerin für Umwelt- und Raumplanung. Zum dritten Mal tritt das Gründungsmitglied der französischen Grünen diesmal bei den Wahlen an. ctr

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