Politik : Jagd auf Karadzic: Der General

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Gemeinsam mit dem Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, wird der General Ratko Mladic verantwortlich gemacht für die serbische Aggression in Bosnien-Herzegowina mit ihren brutalen Zerstörungen von Dörfern und Städten, den so genannten "ethnischen Säuberungen" mit Massakern und Internierungslagern. Grausamer Höhepunkt der Karriere des Generals Mladic war der Mord an bis zu 8000 muslimischen Zivilisten in der ostbosnischen Stadt Srebrenica im Juni 1995. Geboren wurde Mladic am 12. März 1943 in einem Bergdorf in der Nähe von Sarajevo. Nach dem frühen Tod seines Vaters 1945 wuchs er bei seiner Mutter auf und beendete mit 15 Jahren seine erste militärische Ausbildung. 1991 wurde er stellvertretender Befehlshaber eines Armeekorps in der überwiegend albanisch besiedelten Provinz Kosovo, noch im gleichen Jahr erhielt er seine Beförderung zum Oberst und sicherte in Krajina den Aufstand der Serben militärisch ab. Dabei erwies sich Mladic als intelligenter, durchsetzungsfähiger und instinktsicherer Offizier, der für seine Skrupellosigkeit und List gefürchtet wurde. General und Befehshaber der bosnischen Serben wurde Mladic im April 1992. Auch nach der Anklage als Kriegsverbrecher Ende Juli 1995 bieb Mladic ungeschoren. Nach dem Sturz Milosevics verließ Mladic Belgrad, weil die neue Führung sich zur Zusammenarbeit mit Den Haag bereit erklärte. Mladic ist verheiratet und hat einen Sohn. Seine Tochter Ana soll sich 1992 aus Entsetzen über die Gräueltaten das Leben genommen haben.

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