Politik : Jagoda: Arbeitsgenehmigungen schnell unter die Experten bringen

Ein einfaches Verfahren für die Erteilung der so genannten Green Card für ausländische Fachkräfte in der Computerbranche hat der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, am Dienstag gefordert. Ein wochenlanges Genehmigungsverfahren würde dem Erfolg der Aktion sowie dem Ansehen der Bundesanstalt schaden, erklärte Jagoda in Berlin. Die Entscheidung für die künftige Handhabung müsse rasch getroffen werden.

Die ersten ausländischen Computerexperten könnten nach Einschätzung aus Regierungskreisen Anfang Juli mit den neuen deutschen Green Cards nach Deutschland kommen. Die neue, vereinfachte Verordnung für Arbeitsgenehmigungen solle noch im Mai im Bundeskabinett verabschiedet werden, so dass die ersten Bewerber ab Juli in Deutschland arbeiten könnten, hieß es.

BA-Präsident Jagoda gehört zu den Teilnehmern eines Spitzengesprächs im Bundeskanzleramt, bei dem am Dienstagabend Einzelheiten für die geplante Anwerbung von 20 000 ausländischen Computerexperten festgelegt werden sollten. Bundeskanzler Gerhard Schröder wird dabei von Kanzleramts-Staatsminister Hans-Martin Bury vertreten.

Bisher hätten sich bereits 1600 ausländische Fachkräfte aus der Informationstechnologie für eine Green Card in Deutschland beworben, sagte Jagoda. Es handele sich vorwiegend um Interessenten aus Ländern Mittel- und Osteuropas. Nach seinen Angaben gibt es drei Wege, um zu einer Green Card zu gelangen: über die Bundesanstalt für Arbeit, durch die Übernahme von Fachleuten aus deutschen Auslandsfirmen und die individuelle Suche der deutschen Unternehmen auf dem Markt im Ausland.

Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters erklärte zur befristeten Green Card, sie mache auf Dauer "keinen Sinn". Der "kurzfristige Einkauf" von Qualifikation führe in eine Sackgasse, sagte der Gewerkschafter im ZDF. Einwanderer sollten nicht nur als "billige Arbeitskräfte" kommen, sondern ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten.

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