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Jahrestag der Bombardierung : Neonazis planen drei Aufmärsche in Dresden

Die rechtsextreme Szene plant nach Informationen des Tagesspiegels drei Aufmärsche zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Februar 1945. Dagegen formiert sich bereits Protest.

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Berlin - Zwei Monate vor dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 und dem zu erwartenden rechtsextremen „Trauermarsch“ wächst der Protest der Nazigegner. Einen Aufruf des Bündnisses „Dresden – Nazifrei“ mit dem Motto „2011 – Blockieren bis der Naziaufmarsch Geschichte ist“ haben die Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) und Petra Pau (Linke), Grünen-Chefin Claudia Roth und viele weitere Prominente unterschrieben, darunter der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, sowie die Bands Die Toten Hosen, Fettes Brot und Tocotronic. Den Aufruf unterstützen auch die DKP und Antifagruppen.

Am 13. Februar dieses Jahres hatten tausende Demonstranten Straßen blockiert und den Neonazi-Aufmarsch verhindert. Um Auseinandersetzungen zu vermeiden, sperrte die Polizei den Treffpunkt der Rechtsextremisten am Bahnhof Dresden-Neustadt ab. 6000 Neonazis standen eingepfercht in der Kälte. Diese Niederlage hat die Szene schwer getroffen, da der 13. Februar, der Jahrestag der Luftangriffe auf Dresden, als zentraler Termin im Aufmarschkalender gilt. Nun setzen die Neonazis offenbar auf eine Taktik der Verwirrung. Wann und wo die Szene 2011 ihren zentralen „Trauermarsch“ abhalten will, bleibt offen. Nach Informationen des Tagesspiegels wurden für den 13. Februar Märsche in den Dresdner Plattenbauvierteln Gorbitz und Prohlis und für den 19. Februar in der Innenstadt angemeldet.

Unterdessen plant Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) eine noch größere Menschenkette. Tausende hatten im Februar der Opfer des Krieges gedacht. 2011 soll die Menschenkette auch über eine Elbbrücke führen. Frank Jansen

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