Politik : Jakobs Mörder im Gefängnis wegen Bedrohung verlegt

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Straßburg/Berlin Die Klage des Mörders des Bankierssohns Jakob von Metzler gegen die Bundesrepublik beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wird derzeit nicht bearbeitet. „Es kann auf jeden Fall Monate dauern, bis sich das Gericht mit der Beschwerde befasst und sie auf Zulässigkeit prüft“, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag in Straßburg. Die durchschnittliche Verfahrensdauer bis zu einem Urteil betrage derzeit bis zu vier Jahre.

Magnus Gäfgen strebt, wie berichtet, eine Verurteilung Deutschlands wegen der Folterandrohung an, der er nach seiner Festnahme ausgesetzt war. Gäfgen war vor zwei Jahren wegen der Entführung und Ermordung des elfjährigen Jakob von Metzler zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht stellte eine besondere Schwere der Schuld fest. Alle Versuche Gäfgens, das Urteil zu revidieren, schlugen fehl. Der Mörder ist rechtskräftig verurteilt.

Wie der Anwalt Gäfgens, Heuchemer, sagte, wurde sein Mandant wegen latenter Bedrohung von der ersten in die besonders geschützte dritte Etage der Strafanstalt Schwalmstadt verlegt.

Heuchemer sagte, bei der Klage in Straßburg gehe es um „das große Thema des Folterverbots“, das könne man nicht vertuschen, das Schicksal habe es so gewollt, dass die Grundfrage am Fall Gäfgen geklärt werden könne. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel begründete Heuchemer sein Engagement für Gäfgen mit seiner christlichen Haltung. Tsp/dpa

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