Politik : Japans neuer Ministerpräsident und Bundeskanzler Schröder bereiten G-7-Gipfel vor

Der neue japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori hat sich bei einem Kurzbesuch in Deutschland am Mittwoch bei Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vorgestellt. Die rund einstündige Begegnung in Berlin diene auch der Vorbereitung des Gipfeltreffens der sieben führenden Industrienationen (G-7) im Juli im japanischen Okinawa, hieß es am Dienstag in Berliner Regierungskreisen. Wichtige Themen beim G-7-Gipfel, an dem auch Russland als achtes Land teilnimmt, sollen die Entwicklungspolitik, der Umweltschutz und neue Informationstechnologien werden. Ein weiteres Thema der Gespräche zwischen Mori und Schröder war die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Tokio in internationalen Organisationen.

Aus deutscher Sicht sollte bei dem G-7-Gipfel die Herausforderung der Globalisierung an die Industriestaaten beraten werden, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Dabei dürfte es auch um die Frage der internationalen Finanzarchitektur gehen, die derzeit auch die Diskussion um die Reform des Internationalen Währungsfonds (IWF) prägt.

Der 62-jährige Mori, der das Amt des Regierungschefs erst im April von seinem schwer erkrankten Vorgänger Keizo Obuchi übernahm, besucht in einer gut einwöchigen Weltreise alle Mitgliedsstaaten der G-7 sowie Russland. Am Wochenende war er in Sankt Petersburg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen. In Europa reist er noch nach London. Anschließend wird er Kanada und die USA besuchen.

Nach Rom hatte der neue japanische Ministerpräsident am Dienstag bereits Paris besucht. In der französischen Hauptstadt erklärte er, dass beim kommenden Gipfeltreffen auf Okinawa die Informationstechnologie an erster Stelle behandelt werde. Es gebe neben der hellen jedoch auch eine dunkle Seite dieser Technologie, sagte er. Es müsse eine Balance gefunden werden. Nach einer rund einstündigen Unterredung mit seinem französischen Amtskollegen Lionel Jospin wurde Mori am Abend von Präsident Jacques Chirac empfangen. Beide hätten über Fragen der Globalisierung, aber auch die politische Lage in Russland gesprochen, hieß es anschließend. Mori sprach mit Ministerpräsident Lionel Jospin und Präsident Jacques Chirac.

Bei der Diskussion über die positiven Aspekte der Informationstechnologie dürfe auch die Kluft nicht vergessen werden zwischen Ländern, die diese Technik haben, und denen, die sie nicht haben, sagte Mori am Dienstag in Paris.

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