Update

Jemen, Libyen, Bahrain : Wieder Tote bei der Revolte in Nahost

Die Proteste gegen autokratische Regierungen im Nahen Osten nehmen nach gewaltsam aufgelösten Kundgebungen an Schärfe zu. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Der UN-Sicherheitsrat hat einstimmig Sanktionen gegen Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi beschlossen. Die Strafmaßnahmen beinhalten ein Waffenembargo, Reiseverbote und das Einfrieren der Guthaben von Gaddafi und einiger seiner Gefolgsleute, wie am Samstag (Ortszeit) in New York bekanntgegeben wurde. Außerdem solle geprüft werden, ob es sich bei der Gewalt in Libyen um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handele.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
23.02.2011 09:36Der UN-Sicherheitsrat hat einstimmig Sanktionen gegen Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi beschlossen. Die Strafmaßnahmen...

Im Jemen wurden am Freitag zwei Demonstranten getötet. In der libyschen Stadt Benghasi kam in der Nacht zuvor bei schweren Zusammenstößen zwischen Gegnern von Machthaber Muammar Gaddafi und Sicherheitskräften eine unbekannte Zahl von Demonstranten ums Leben. Im Golfstaat Bahrain versammelten sich mehrere tausend Oppositionelle zur Beisetzung dreier getöteter Demonstranten.

In Ägypten feierten unterdessen Hunderttausende den Sturz von Präsident Hosni Mubarak, der vor einer Woche aus dem Amt gejagt worden war. Der Aufstand am Nil hat die Oppositionsbewegungen in der ganzen Region beflügelt. Auch in Bahrain und im Jemen besetzten die Gegner der Regierung am Freitag zentrale Plätze. In Kairo waren die Kundgebungen auf dem Tahrir-Platz zum Symbol des Aufstandes geworden.

Brennpunkt der Zusammenstöße in Libyen war Benghasi im Osten des Landes. Dort verhinderte ein massives Polizeiaufgebot neue Proteste, nachdem in der Nacht zum Freitag nach Angaben von Oppositionsgruppen mindestens 20 Regierungsgegner bei Krawallen getötet worden waren. Im Jemen kam es in mehreren Städten zu Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und -anhängern. Dabei wurden mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt. In Aden feuerte die Polizei nach Augenzeugenberichten auf Protestierer, tötete einen Menschen und verletzte vier weitere. In Tais warf ein Unbekannter nach Augenzeugenberichten eine Handgranate auf Regierungsgegner. Ein Mann starb an den Folgen des Anschlags, mindestens sieben wurden verletzt. In Tais hatten sich mehrere tausend Oppositionelle auf dem seit Tagen besetzten Freiheits-Platz versammelt. Zentrum der Proteste im Golfstaat Bahrain war die Stadt Sitra, wo mehrere tausend Oppositionelle zur Beisetzung dreier getöteter Demonstranten zusammengekommen waren. „Das Volk will das Regime zu Fall bringen“, rief die Menge. (rtr)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben