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Jemen : Schicksal des entführten Deutschen weiter unklar

Das Auswärtige Amt konnte Berichte, nach denen der entführte UN-Mitarbeiter freigelassen worden sein soll, nicht bestätigen. Derzeit werden die Informationen noch geprüft.

Energieminister Saleh Sumai, der über die Freilassung verhandelt hatte, berichtete am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von der Freilassung der drei Entführten. Das Deutsche Auswärtige Amt konnte dies am Donenrstag nicht bestätigen, die Informationen werden geprüft, hieß es aus dem Amt. Der Deutsche und seine drei Kollegen - eine Irakerin, eine Palästinenserin und eine Kolumbianer - arbeiteten für das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Die Entführer forderten die Freilassung eines im Zentralgefängnis von Sanaa inhaftierten Straftäters. Ein an den Verhandlungen beteiligter Stammesführer sagte, der Mann sei wegen Mordes verurteilt worden. Deshalb halte er seine Freilassung für unwahrscheinlich.

Laut der amtlichen jemenitischen Nachrichtenagentur Saba hatte die Gruppe ein Flüchtlingslager in der Stadt Hard in der nördlichen Provinz Hadscha besucht. Auf dem Rückweg nach Sanaa sei sie verschleppt worden.
Erst Mitte Januar hatten bewaffnete Stammesangehörige im Jemen einen norwegischen UN-Mitarbeiter entführt, um einen Gefangenen aus der Haft freizupressen. Danielsen kam am vergangenen Freitag auf freien Fuß.
Im Jemen werden häufig Ausländer entführt. Die Stämme sind schwer bewaffnet und legen in ihren Gebieten selbst die Gesetze fest. Mit Entführungen wollen sie gewöhnlich Druck auf die örtlichen Behörden ausüben. In den vergangenen 15 Jahren wurden mehr als 200 Menschen verschleppt, die meisten von ihnen kamen jedoch unversehrt wieder frei. (dpaAFP)

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