Jemen : "Tag des Zorns" verläuft friedlich

Nach dem Umsturz in Tunesien und den Unruhen in Ägypten protestieren auch Oppositionelle in anderen arabischen Staaten gegen ihre Staatsführungen. Im Jemen kommen Zehntausende am "Tag des Zorns" zusammen. Zusammenstöße gibt es dort bislang nicht.

"Tag des Zorns" im Jemen.
"Tag des Zorns" im Jemen.Foto: AFP

Einen Tag nach dem Verzicht des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh auf eine weitere Amtszeit sind Demonstrationen seiner Gegner und Anhänger am Donnerstag friedlich verlaufen. An verschiedenen Orten in der Hauptstadt Sanaa demonstrierten jeweils mehr als 20.000 Menschen, wie Augenzeugen berichteten. Oppositionsgruppen hatten zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen.

Anhänger des seit 32 Jahren herrschenden Präsidenten campierten auf dem Tahrir-Platz in Sanaa, um dort Flagge zu zeigen. Mehr als 20.000 Oppositionsanhänger versammelten sich am Vormittag etwa vier Kilometer entfernt und marschierten in Richtung Innenstadt. Mehr als 20.000 Anhänger des Präsidenten demonstrierten nahe der Universität Sanaa. Am Mittag zerstreuten sich die Demonstranten.

Saleh hatte am Vortag in Sanaa vor beiden Kammern des Parlaments erklärt, er wolle nach 32 Jahren auf eine weitere Amtszeit verzichten. Außerdem will er die für April geplante Parlamentswahl verschieben und eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Er machte zudem klar, dass er die Macht im Jahr 2013 nicht an seinen Sohn übergeben wolle.

Salehs aktuelle Amtszeit läuft noch bis 2013. Er arbeitet mit den USA bei der Bekämpfung der Al-Qaida-Terroristen zusammen, die sich in einigen Regionen des Jemens versteckt halten. Die jemenitische Führung fühlt sich aber derzeit an drei Fronten bedroht: von den Schiiten-Rebellen im Norden, den Separatisten im Süden und den Al-Qaida-Terroristen, die in den vergangenen Jahren mehrfach Anschläge auf ausländische Ziele im Jemen verübt haben.

Im Jemen lebt mehr als die Hälfte der 23 Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze. Viele sind von der Rauschdroge Khat abhängig, weshalb in dem islamischen Land häufig schon nachmittags nur noch wenig funktioniert. Zudem geht das Öl - von dem man ohnehin viel weniger hat als die Nachbarn - langsam aus. (dpa)

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