Jerry Hall und Rupert Murdoch heiraten : „Sie hasst Trump“

Die neue Frau von Rupert Murdoch könnte Einfluss nehmen auf den politischen Kurs ihres Mannes. Ein Porträt

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Rupert Murdoch und Jerry Hall am 4. März 2016 vor dem Standesamt in London.
Rupert Murdoch und Jerry Hall am 4. März 2016 vor dem Standesamt in London.Foto: Imago

Am Freitag hat die 59-jährige Jerry Hall, Fotomodell und Exfrau von Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger, den 84-jährigen Medienmogul Rupert Murdoch standesamtlich geheiratet. Das wirft unter anderem eine politische Frage auf: Kann Hall den Aufstieg von Donald Trump und den Ausstieg der Briten aus der EU verhindern?

Er ist bereit, seine Medienmacht einzusetzen

Murdochs Medienmacht ist schließlich in zwei Ländern ausgeprägt, in denen in diesem Jahr populistisch eingefärbte Entscheidungen anstehen: In den USA besitzt Murdoch mit Fox News einen einflussreichen konservativen Fernsehsender. Als dessen Moderatorin Megyn Kelly von Trump unter der Gürtellinie angegangen wurde, verteidigte Murdoch sie, gleichzeitig empfahl er den Republikanern vor drei Tagen über Twitter: „Sollte Trump unausweichlich werden, wäre die Partei verrückt, sich nicht hinter ihm zu versammeln.“

Wie sehr Jerry Hall Einfluss auf ihren Ehemann ausüben kann und will, ist offen. Zum amerikanischen Vorwahlkampf hat die in Texas Geborene jedenfalls eine klare Meinung: „Sie hasst Trump, er versteht Trump“, zitiert der britische „Guardian“ jemanden aus ihrer Umgebung.

Dass Murdoch bereit ist, seine Medienmacht einzusetzen, wurde deutlich, als er sich 1997 überraschend hinter die Labour Party stellte und so half, Tony Blair an die Macht zu bringen. Jetzt steht dort, wo ihm die „Sun“ und die „Times“ gehören, das Referendum über den Brexit an.

Erstes Treffen mit Cameron

Möglicherweise verhilft Halls gesellschaftliche Verankerung in London Murdoch, der dort durch den Abhörskandal seiner „News of the World“ zur persona non grata geworden war, zu einer Annäherung an das Establishment der Hauptstadt, das vermutlich mehrheitlich für einen Verbleib in der EU plädiert. Im Herbst traten die beiden beim Rugby World Cup in Twickenham auf, und als beim gemeinsamen Weihnachtsempfang von Murdoch und Hall im vergangenen Jahr auch der Premier erschien, erhielt das Treffen politische Symbolkraft. Es war das erste der beiden nach der Abhöraffäre.

Es war Jerry Hall nicht gelungen, Mick Jaggers erotischen Kurs zu kontrollieren; vielleicht gelingt es ihr, Rupert Murdochs politischen Kurs zu beeinflussen. Leicht wird das nicht. Am Freitag twitterte Murdoch zum Brexit: „Regierung stellt falsche Thesen auf, um Wähler zu verängstigen.“ Und zur kirchlichen Feier am Samstag ist Cameron nicht eingeladen – dafür sein Gegenspieler Boris Johnson.

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