Politik : Jetzt auch in Kabul Proteste gegen die USA

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Kabul Die antiamerikanischen Proteste in Afghanistan haben sich ausgeweitet und am Donnerstag weitere Menschenleben gefordert. Mindestens drei Menschen seien bei Unruhen in der ostafghanischen Provinz Nangarhar getötet worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Bei Ausschreitungen in der zentralafghanischen Provinz Logar seien die Büros von zwei internationalen Hilfsorganisationen verwüstet und geplündert worden ebenso wie das Büro des Gouverneurs. An den Protesten waren nach Polizeiangaben rund 1000 Studenten beteiligt.

Auch in der Hauptstadt Kabul kam es zu Demonstrationen gegen die angebliche Schändung des Korans durch amerikanische Soldaten im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba. Laut Augenzeugen protestierten rund 300 Studenten friedlich. Die Demonstranten skandierten „Tod für Bush“, „Tod für Amerika“ und „Lang lebe der Islam“.

Auslöser der Unruhen ist ein Bericht in der neuesten Ausgabe des US-Nachrichtenmagazins „Newsweek“. Danach hätten Ermittler in Guantánamo Bay auf Kuba den Koran die Toilette heruntergespült, um Häftlinge zum Reden zu bringen. Das US-Bundeskriminalamt FBI nahm nach Angaben des Pentagon Untersuchungen auf. In Guantánamo Bay werden zahlreiche Menschen festgehalten, die die US-Truppen in Afghanistan unter Terrorverdacht festnahmen. In Afghanistan sind knapp 20000 Soldaten der US-geführten Koalitionstruppen stationiert. dpa

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