Jobs bei Obama : Wer arbeiten will, muss Auskunft geben

Peinliche Verwandte? Notorischer Raser? Um Fettnäpfchen von vornherein zu umgehen, müssen sich potentielle Mitarbeiter von Barack Obama einer umfangreichen Prüfung unterziehen. Es ist der detaillierteste Fragebogen aller Zeiten.

Weißes Haus
Arbeiten für Obama: Potentielle Mitarbeiter müssen Leben offen legen. -Foto: dpa

WashingtonPotenzielle Mitarbeiter des designierten US-Präsidenten Barack Obama müssen einen umfassenden Fragenkatalog beantworten, der auch vor der Privatsphäre nicht halt macht. Unter anderem müssen die Bewerber darlegen, ob sie jemals einen Blog- oder Tagebucheintrag verfasst haben, der "dem künftigen Präsidenten schaden könnte".

Auch Raser und Falschparker könnten schlechte Karten haben. Das Obama-Lager will vor einer Einstellung wissen, ob der Bewerber jemals einen Strafzettel von über 50 Dollar (40 Euro) erhalten habe.

63 Fragen aus allen Bereichen

Auch Familienangelegenheiten werden nicht ausgespart: "Bitte teilen Sie uns alle Informationen mit, auch von Familienmitgliedern, die Sie oder den designierten Präsidenten in Verlegenheit bringen könnten."

Der Fragebogen, den die Bewerber ausfüllen müssen, sei insgesamt sieben Seiten lang, umfasse 63 Fragen und sei damit detaillierter als bei jedem anderen Regierungswechsel zuvor, heißt es in der "New York Times". Das sei schon fast aufdringlich. "Ich bin richtig glücklich, dass ich keinen Job in dieser Regierung suche", zitiert das Blatt einen ehemaligen Mitarbeiter der Regierung von Bill Clinton.

Sollte er seine Meinung ändern und sich bewerben, so müsste er auch folgende Frage beantworten: "Abgesehen von Geschenken von Freunden und Verwandten - haben Sie jemals ein Geschenk über 50 Dollar erhalten? Bitte nennen Sie den Geber, den Wert des Geschenks, das Datum und unter welchem Umständen Sie das Geschenk bekommen haben".

Schützt der Fragebogen vor Skandalen?

Auch das Einkommen der vergangenen zehn Jahre muss schonungslos offengelegt werden, und ebenso an den Geschäftsverbindungen ist das Obama-Lager interessiert. Das Obama-Lager fragt zudem nach Kontakten zu Instituten, die von der Finanzkrise besonders schwer betroffen sind.

Ob der künftige Präsident von Amerika dank dieses Fragebogens vor weiteren Skandalen geschützt ist, wird sich zeigen. Wer skrupellos ist, wird auch nicht davor zurückschrecken, diesen Fragebogen falsch auszufüllen. Aber dann kann die Mannschaft um Obama immerhin beweisen, dass sie ihr Möglichstes im Vorfeld getan hat. (sp/nis/dpa)

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