Politik : Johannes Paul II. fordert in Kairo Toleranz zwischen Religionen

Johannes Paul II. hat am Freitag als erster Papst in der Geschichte eine Messe auf ägyptischem Boden gelesen. Der in französischer und arabischer Sprache gefeierten Morgenmesse in einem Sportstadion in Kairo wohnten knapp 20 000 Menschen bei, sowohl Christen als auch Moslems. Der Papst rief in seiner Predigt zu einem Dialog zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen auf. Katholische Schulen und Missionare bemühten sich um freundschaftliche Beziehungen zu Moslems, um gegenseitiges Verständnis sowie darum, soziale Gerechtigkeit, moralische Werte, Frieden, Respekt und Freiheit zu fördern, sagte Johannes Paul.

Der Papst wies auch darauf hin, dass christliche Gemeinden jahrhundertelang in Ägypten ausgeharrt und ihren Glauben behalten hätten, auch wenn Mitglieder dafür mit ihrem Leben bezahlen mussten. Die Kopten, die größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten, wurden lange Zeit verfolgt. Rund zehn Prozent der 64 Millionen Einwohner Ägyptens sind Kopten, lediglich 220 000 Ägypter sind Katholiken.

Das katholische Kirchenoberhaupt war am Donnerstag in Kairo eingetroffen. Der erste Tag seines Besuchs stand ganz im Zeichen der interkonfessionellen Begegnungen. Am Donnerstagabend traf Johannes Paul mit dem koptischen Papst Schenuda III. und mit Scheich Mohammed Sajed Tantawi, einem der einflussreichsten moslemischen Geistlichen Ägyptens, zusammen. Tantawi gab bekannt, dass er im Herbst den Vatikan besuchen werde. Am Samstag will der Papst ins Katherinenkloster am Berg Sinai reisen.

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