Politik : Jolo: Extremisten lassen fünf weitere Geiseln frei - Lösegeldforderungen erhöht

Drei Tage nach der Freilassung der Deutschen Renate Wallert haben die Moslemextremisten auf der philippinischen Insel Jolo am Donnerstag fünf weitere Geiseln auf freien Fuß gesetzt. Wie die Unterhändler der Regierung mitteilten, handelte es sich um vier Malaysier und einen Filipino. Die Entführer hätten sich aber nicht an die Absprache gehalten, alle sieben Malaysier freizulassen, die am Ostersonntag zusammen mit einer Gruppe ausländischer Touristen von Malaysia nach Jolo verschleppt worden waren.

Die vier malaysischen Geiseln wurden von Gesandten der Regierung aus dem Lager der Abu Sayyaf abgeholt. Sie hielten sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen aber noch in der Nähe des Camps auf Jolo auf. Erst am Abend wollten die Unterhändler entscheiden, ob die Gruppe abreist oder dort bleibt, um auf die Freilassung der anderen malaysischen Geiseln zu warten. Die Regierungsvertreter sehen einen Streit innerhalb der Abu Sayyaf als Ursache dafür, dass die Entführer ihr ursprüngliches Versprechen gebrochen haben.

Bereits am Mittwoch war mit der Freilassung der sieben malaysischen Geiseln gerechnet worden, die am 23. April zusammen mit 14 anderen Personen von der malaysischen Ferieninsel Sipadan verschleppt worden waren. Nach Angaben von Regierungsunterhändlern scheiterte dies aber in letzter Minute daran, dass die Kidnapper ihre Lösegeldforderungen erhöhten. Die Kämpfer der Gruppe Abu Sayyaf hätten statt drei auf einmal 15 Millionen Pesos (rund 716 000 Mark/366 000 Euro) pro Person verlangt. Für die Freilassung der westlichen Geiseln, unter ihnen der Mann und der Sohn der am Montag freigelassenen Deutschen Renate Wallert, verlangt die Abu Sayyaf jeweils eine Million Dollar (2,12 Millionen Mark/1,09 Millionen Euro). Am Donnerstag ließen die Moslemextremisten auch den 17-jährigen Filipino Richard Sintos frei, der allerdings nicht zu der am Ostersonntag entführten Gruppe gehörte.

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