• Jolo: Für Renate Wallert Lösegeld gezahlt - Militärvertreter auf den Philippinen bestätigen Geldfluss für Geiseln

Politik : Jolo: Für Renate Wallert Lösegeld gezahlt - Militärvertreter auf den Philippinen bestätigen Geldfluss für Geiseln

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Philippinische Militärvertreter haben am Mittwoch bestätigt, dass für die Freilassung von Renate Wallert Lösegeld bezahlt wurde. Demnach sind insgesamt 190 Millionen Pesos (rund 8,7 Millionen Mark) geflossen, damit die Moslemextremisten der Abu Sayyaf die verschleppte Göttinger Musiklehrerin und neun Malaysier aus ihrer Gewalt entlassen. Woher das Geld kam, bleibt unklar. Das Auswärtige Amt in Berlin wolle sich dazu nicht äußern, aus Rücksicht auf die noch festgehaltenen Geiseln, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) hatte auf seinem Abstecher nach Jolo vor zwei Wochen eine Zahlung von Lösegeld ausgeschlossen. Auch aus dem Amtszimmer des Göttinger Oberbürgermeisters, Jürgen Danielowski, hieß es: "Wir haben kein Geld bereit gestellt." Nach Angaben von Nachbarn der Familie Wallert ist eine Gruppe von fünf bis sechs Göttinger Bürgern als "Interessensgemeinschaft" an den Verhandlungen über die Freilassung beteiligt. Darunter befänden sich auch Unternehmer. Einer davon sei geschäftlich auf den Philippinen engagiert. Renate Wallert war in der vergangenen Woche nach knapp drei Monaten Geiselhaft freigekommen.

Derweil hat ein Anschlag auf ein belebtes Café die Lage in Jolo verschärft. Bei der Explosion einer Handgranate wurden dadurch in der Inselhauptstadt am Mittwoch 18 Menschen verletzt. Die Polizei macht Abu Sayyaf für das Attentat verantwortlich. Die Entführer forderten für die Verhandlungen um die letzten drei malaysischen Geiseln nach Angaben von Chefunterhändler Roberto Aventajado neue Mittelsmänner. Die angekündigte Freilassung der drei verzögerte sich damit erneut.

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