Politik : Jolo-Geiseldrama: Manila kündigt neue Taktik an

Nach dem Scheitern der für das Wochenende erwarteten Freilassung aller Jolo-Geiseln herrschte am Montag Unklarheit darüber, wie lange Libyen seine Vermittlungsbemühungen fortsetzt. Die Kadhafi-Stiftung hatte am Sonntag zwar erklärt, ihre Bemühungen im Geiseldrama fortzusetzen; das für Montagabend angesetzte Ultimatum hob sie jedoch nicht auf. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich am Montag nicht zu dem Stand und dem weiteren Verlauf der Verhandlungen äußern und begründete dies mit Rücksicht auf die Sicherheit der Geiseln. In der Hand der Moslemgruppe Abu Sayyaf auf der philippinischen Insel Jolo befinden sich noch 24 Geiseln, darunter auch die beiden Deutschen Werner und Marc Wallert.

Aus philippinischen Verhandlungskreisen verlautete, Libyen und die Philippinen hätten ihre Differenzen über den Weg zur Beendigung der Geiselkrise beigelegt. 90 Prozent der Fragen seien geklärt. Offen sei lediglich, wie die Geiseln freikommen sollten. Die Kadhafi-Stiftung, die als offizieller Vermittler Libyens auftritt, hatte die Regierung in Manila für das Scheitern der Geiselfreilassung verantwortlich gemacht. Die Verhandlungen würden in Manila durch Forderungen nach einer Militäraktion gefährdet. Die Stiftung hatte der philippinischen Regierung ein Ultimatum bis Montagabend gestellt, Fortschritte zuzulassen. Sollte dies nicht geschehen, werde sie ihre Vermittlungen beenden. Manila kündigte indes abermals eine neue Verhandlungsstrategie gegenüber der Abu Sayyaf auf Jolo. Wie am Montag Unterhändler mitteilten, bemüht sich Präsident Joseph Estrada um die Zustimmung der libyschen Vermittler. Man wolle aber erst die Entscheidung Libyens abwarten, sagten die Unterhändler nach einem Gespräch mit Präsident Estrada.

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