Politik : Jolo: Streitkräfte weiten Offensive aus

Die philippinischen Streitkräfte haben ihre Offensive gegen die Abu-Sayyaf-Extremisten auf der Insel Jolo ausgeweitet. Die Truppen beschossen am Freitag vor allem die Gegend Indanan im Zentrum der Insel, wo sich laut Behörden die Gruppe des Abu-Sayyaf-Führers Ghalib "Robot" Andang mit 16 Geiseln aufhalten soll. Die Splittergruppe mit der US-Geisel Jeffrey Schilling soll dagegen in ein Dorf an der Küste geflohen sein, offenbar um die Insel zu verlassen. Schilling appellierte an die Regierung in Manila, die Offensive zu beenden.

Das Geschützfeuer der Haubitzen war am Freitag auch in der Hauptstadt Jolo spürbar. Die Splittergruppe, die Schilling festhält, wurde nach Polizeiangaben von Dorfbewohnern gesehen, wie sie zur Küste floh. Dort suchten die etwa 30 Rebellen nach Booten, wie der Abgeordnete Asani Tammang sagte. Ein Fischereiunternehmen teilte mit, etwa zehn bewaffnete Männer in einem kleinen Boot hätten versucht, etwa 20 Kilometer vor der Küste zwei Fischerboote zu kapern. Die Fischer seien jedoch entkommen. Ob es sich bei den Angreifern um Kämpfer der Abu Sayyaf handelte, war nicht bekannt.

Schilling forderte die Regierung in einem Interview mit dem Rundfunksender Radio Mindanao zu Verhandlungen auf. Die größte Gefahr für sein Leben ginge von den Streitkräften aus, seine Entführer behandelten ihn gut. Beschwerlich seien aber die lange Märsche durch den Dschungel, um den Militäroperationen zu entgehen. Schillings Mutter, die während des Interviews aus Oakland telefonisch zugeschaltet war, bat die Kidnapper, ihren Sohn unversehrt freizulassen.

Der zum Islam konvertierte Schilling wird seit drei Wochen von den Moslemextremisten festgehalten. Eine andere Gruppe um Andang hält drei Malaysier und 13 Philippinos in ihrer Gewalt. Zur Befreiung der Geiseln haben die Streitkräfte am vergangenen Samstag die Offensive auf Jolo gestartet. Zwei französische Geiseln, die seit Anfang Juli festgehalten wurden, entkamen in der Nacht zum Mittwoch ihren Entführern.

Unterdessen sagte Militärsprecher General Generoso Senga, mindestens 60 Rebellen seien seit Samstag getötet worden. Während der Kämpfe seien sechs Soldaten verletzt worden. Verteidigungsminister Orlando Mercado erklärte, bisher seien zwei Zivilisten getötet worden.

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