Jordanien : Urlaubergruppe mit Maschinenpistole beschossen

Die jordanische Polizei hat nach eigenen Angaben den mutmaßlichen Attentäter identifiziert, der in Amman mehrere Touristen niedergeschossen hat.

Amman - Bei dem Täter handele es sich um einen Jordanier, der aus dem selben Ort stamme wie der im Irak getötete El-Kaida-Chef Abu Mussab el Sarkawi, sagte der jordanische Innenminister Eid Fajes. Nabil A. werde seit seiner Festnahme verhört. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen ist der mutmaßliche Täter 37 Jahre alt, wohnt in der Stadt Sarka, ist von Beruf Schmied und hat fünf Kinder. Der Mann hatte im römischen Amphitheater von Amman das Feuer auf eine Gruppe von Urlaubern eröffnet. Dabei wurden ein Brite getötet und fünf weitere westliche Touristen verletzt.

Der Schütze wurde festgenommen. Die jordanische Regierung sprach von einem "terroristischen" Angriff. Einem Augenzeugen zufolge hatte der aus Jordanien stammende Täter "Allahu Akbar" (Allah ist der größte) geschrieen, bevor er zu schießen begann. Das lange Jahre als relativ stabil geltende Jordanien war im vergangenen November von schweren Terroranschlägen auf Hotels mit 60 Toten erschüttert worden.

Die britische Botschaft in Amman bestätigte den Tod des Landmanns. Bei den fünf Verletzten handelt es sich um zwei Britinnen, einen Niederländer, eine Australierin und eine Neuseeländerin. Auch ein Polizist wurde verletzt. Laut einem Augenzeugen war der Täter die Stufen des Amphitheaters emporgestiegen, bevor er zwei Schusssalven abgab. Die Touristengruppe war von einem Polizisten geführt worden, der zugleich als Fremdenführer fungierte. Der Schütze wurde von Polizisten festgenommen, die seit den Terroranschlägen vom vergangenen November ständig im Zentrum von Amman patrouillieren.

Jordaniens Innenminister: "Isolierter Zwischenfall"

Der jordanische Innenminister Eid Fajes sagte, der Täter habe offensichtlich alleine gehandelt. Es handle sich um eine "terroristische" Attacke. Der Angreifer werde so lange als "Terrorist" gesehen, bis das Gegenteil bewiesen sei. Noch werde aber geprüft, ob der Mann zurechnungsfähig war. Fajes sagte, er hoffe, dass es sich um einen "isolierten Zwischenfall handelt, der keine Auswirkungen auf Sicherheit und Tourismus" haben werde.

Das Amphitheater ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Amman. Das aus dem 1. Jahrhundert stammende Bauwerk zeugt von der Blütezeit der Stadt unter den Römern. Das Theater fasste einst bis zu 6000 Menschen. Am 9. November 2005 waren 60 Menschen bei Terroranschlägen auf drei Luxus-Hotels in Amman gestorben. Zu den Attacken bekannte sich der jordanischstämmige frühere Anführer des El-Kaida-Netzwerkes im Irak, Abu Mussab el Sarkawi. Sarkawi wurde im Juni bei einem US-Luftangriff getötet. Die Anschläge trafen Jordanien hart, das bis dahin als eines der stabilsten Länder im Nahen Osten galt. Im Nahen Osten kommt es immer wieder zu Terroranschlägen auf Touristen, unter anderem in Ägypten. (tso/AFP)

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