Politik : Joschka frisst Andrea

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Nur noch wenige Stunden, dann beendet Andrea Fischer ihre aktive Arbeit im Bundestag. Dem nächsten Parlament wird die frühere grüne Gesundheitsministerin nicht mehr angehören. Doch von einem entspannten Abschied kann keine Rede sein. Vorige Woche wurden Fischers gelbe Gummientchen – Jakob, Sebastian und Wolfgang – aus dem Bassin des Bundestagsgebäudes in der Dorotheenstraße entsorgt. Sie landeten, man glaubt es kaum, im Müllcontainer (siehe Tagesspiegel vom Sonnabend). Nur ein verzweifelter Aufschrei von Fischer hat sie letztlich gerettet. Doch nun droht den drei Freunden erneut Ungemach: Weil eine Umwälzpumpe in besagtem Wasserbecken installiert wurde, untersagte die Bundesbaudirektion Andrea Fischer, „die Objekte“ dort weiter frei schwimmen zu lassen. Und weil auch Bundesparlamentarier überbordender Bürokratie hilflos ausgeliefert sind, drohte Jakob, Wolfgang und Sebastian am Mittwoch zum zweiten Mal die Entsorgung.

Wenn da nicht Jürgen Koppelin, FDP-Kollege von Andrea Fischer wäre. Koppelin („Ich habe mit der Bauverwaltung sowieso noch eine Rechnung offen“) setzte flugs ein grünes Krokodil in den Wasserteich. Wenn das verdrießlich dreinschauende Gummitier die drei Enten in Schach halte, empfahl Koppelin Kollegin Fischer an die Verwaltung zu schreiben, dann trauen die drei sich nicht aus ihrer Ecke und können folglich von der Pumpe nicht verschluckt werden. Zusätzliche Drohung: Das Krokodil hält eine vierte Ente bereits im Maul. Wie das Krokodil heißt? Koppelin ließ Fischer zwei Alternativen. Joschka oder Jürgen. Nein, der Trittin sieht nicht so grimmig aus, soll Fischer Koppelin gesagt haben. Dann schon besser Joschka.

Und die fast verschlungene Ente in Joschkas Maul? „Andrea passt“, findet Koppelin, ohne bisher Fischers Rat eingeholt zu haben. Da bleibt nur noch eine Frage offen: Wer ist der Künstler, der das Planschbecken für Jakob, Sebastian, Wolfgang, Joschka und Andrea entwarf? Antje Sirleschtov

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