JOSE RAMON MACHADO : Der neue Vize

Fidel Castro geht, Raul Castro kommt – und was passiert in der zweiten Reihe? Während der gesamten, viereinhalb Jahrzehnte dauernden Herrschaft des Maximo Lider war sein kaum jüngerer Bruder Raul der unangefochtene zweite Mann und potenzielle Nachfolger. Weil er mit 76 Jahren auch nicht mehr der Jüngste ist, war die Frage nach dem neuen Ersten Vizepräsidenten der kubanischen Nationalversammlung am Sonntag mit großer Spannung erwartet worden. Und die Überraschung war groß: Nicht etwa der 57-jährige, auch außerhalb des Inselstaates als Reformer bekannte Carlos Lage machte das Rennen, sondern der Hardliner und orthodoxe Funktionär der Kommunistischen Partei Jose Ramon Machado, ein Vertreter der alten Garde. Der alte

Castro-Parteigänger und Revolutionär der ersten Stunde ist künftig der formell zweitmächtigste Mann Kubas. Ein Signal, dass keine größeren politischen Veränderungen zu erwarten sind. Die Botschaft lautet vielmehr „Kurs halten“. Machado hat sein politisches Leben in den Strukturen der KP, im Staatsrat und der Regierung zugebracht. Der Doktor der Medizin wurde 1930 geboren, ist einer der Gründer der KP, kämpfte an der Seite erst Ernesto Che Guevaras, dann Fidel und Raul Castros gegen den Diktator Fulgencio Batista. Nach dem Sieg der Revolution im Jahre 1959

war er Mitglied des Zentralkomitees der Partei, Deputierter der Nationalversammlung und des Staatsrates, Chef der medizinischen Dienste der Streitkräfte und eine Zeitlang Gesundheitsminister. mis

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