Politik : Juden ehren Merkel

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist vom Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Damit wurde Merkels Engagement für die Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden sowie zwischen Deutschland und Israel gewürdigt. In ihrer Dankesrede verurteilte Merkel Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in aller Schärfe: „Null Toleranz für Intoleranz – das muss deshalb unser Leitsatz sein.“ Merkel sei eine „außergewöhnliche Frau“, die sich für das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in Deutschland unermüdlich einsetze, sagte Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch bei der Preisverleihung in Berlin. „Die jüdische Gemeinschaft hat in ihr eine verlässliche Partnerin und echte Freundin gefunden.“ Für Merkel sei die Sicherheit Israels nicht verhandelbar, betonte Knobloch. Der Liedermacher Wolf Biermann lobte Merkel in seiner Laudatio als „guten Menschen“. Merkel scheue keine klaren Worte, wenn es um die Bedrohung Israels und die NS-Vergangenheit gehe. Ihre Russischkenntnisse habe Merkel auch dazu genutzt, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin „Tacheles“ zu reden. Merkel bekräftigte die Bereitschaft Deutschlands zu schärferen Sanktionen gegen den Iran, sollte das Land im Streit um sein Atomprogramm nicht einlenken. „Wir setzten nicht auf das Prinzip Hoffnung, sondern auf Geschlossenheit und Entschlossenheit.“ Der Preis, der in diesem Jahr zum 50. Mal verliehen wird, erinnert an den Rabbiner Leo Baeck. Baeck wurde 1933 Präsident der Reichsvertretung der Deutschen Juden und organisierte unter schwierigsten Bedingungen Hilfe für die bedrohte jüdische Bevölkerung. Angebote zur Emigration lehnte er ab. 1943 wurde Baeck ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt, überlebte aber das „Dritte Reich“ und emigrierte nach dessen Zusammenbruch. hmt/dpa

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