Politik : Jüdische Siedler brechen erneut Demo in Gaza ab

Charles A. Landsmann

Tel Aviv - Die ultra-nationalistischen Siedler und ihre Sympathisanten haben auch ihren zweiten Protestmarsch abgebrochen ohne an ihr Ziel, den vor der Räumung stehenden Gusch-Katif-Siedlungsblock im Gazastreifen, zu gelangen. Der Marsch war Teil des Protests gegen Israels Rückzugspläne aus dem Gazastreifen. Israel will am 17. August mit dem Abzug aller Siedler und Soldaten aus dem Gazastreifen beginnen. Betroffen sind davon 21 Siedlungen mit insgesamt etwa 8000 Einwohnern. Auch im Westjordanland sollen vier Siedlungen aufgelöst werden.

Durch einen Großeinsatz von rund 17000 Soldaten, Grenzwächtern und Polizisten gelang es den israelischen Ordnungskräften den Marsch von einigen tausend Nationalisten in Richtung des Siedlungsblocks Gusch Katif im Gazastreifen schon nach rund anderthalb Kilometern zu stoppen. In stundenlangen Verhandlungen vermochte die militante Siedlerführung in der Nacht auf Donnerstag nicht, die kompromisslose Ablehnung ihrer Vorschläge durch das Polizei-Oberkommando aufzuweichen. Daraufhin setzten sich die Protestierer auf die Überlandstrasse in der Absicht, die Sicherheitskräfte so abzulenken, dass einige hundert jugendliche Demonstranten unbemerkt nach Gusch Katif gelangen konnten. Nach offiziellen Angaben ist dies etwa 600 bis 800 Infiltranten gelungen. 200 von ihnen wurden bis Donnerstagmittag festgenommen. Die Polizei durchsuchte die Siedlungen weiter nach „Illegalen“.

Die Siedlerführung feierte die Infiltrationen als Erfolg, erklärte angesichts der polizeilichen Übermacht den Protestmarsch gegen die Räumung aller Siedlungen im Gazastreifen vorzeitig für beendet. Sie kündigte eine Neuauflage des Massenprotestes für nächste Woche an, nachdem bereits der erste Marsch vergangene Woche mit einem Misserfolg geendet hatte. In der Nacht auf Freitag und nach dem Sabbat würden weitere Infiltrationsversuche von hunderten Aktivisten stattfinden.

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