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Jüdisches Museum : Ein Salon für die Einwanderungsgesellschaft

Berlins Jüdisches Museum will sich noch stärker als bisher politisch einmischen - für Deutschland als Einwanderungsland. Und auch Juden und Muslime enger zusammenbringen.

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Blick ins Akademiegebäude des Jüdischen Museums Berlin
Akademiegebäude des Jüdischen Museums - zwischen Libeskinds Schrägen darf quergedacht werden.Foto: Jüdisches Museum/Linus Lintner

Das Jüdische Museum in Berlin setzt sein Engagement außerhalb des Ausstellungswesens fort. Dem soll der neu eingerichtete und vier Planstellen starke Arbeitsbereich „Migration und Diversität“ in der ebenfalls neuen Akademie des Museums dienen, den die Historikerin Yasemin Shooman leitet.
Sie wünsche sich die Akademie als „Ort für das breite Publikum“, wo jenes Wissen über Einwanderung und gesellschaftliche Vielfalt insgesamt vermittelt werde, den die Wissenschaft bereitstellt, sagte Shooman. Sie selbst habe in zehn Jahren am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität erlebt, wie Hochschule stark nach außen wirken könne – und dies auch bei „hochsensiblen und hochpolitisierten Themen“. Das werde sie im Jüdischen Museum weiterführen. W. Michael Blumenthal, der Direktor des Museums, sagte, seine Einrichtung fühle „als Teil der deutschen Gesellschaft auch eine gesellschaftliche Verantwortung" und dies "nicht nur im engeren jüdischen Sinne“. Auf die Frage „Wie lebt man friedlich und konstruktiv zusammen?“ ließen sich gerade in der Geschichte der deutschen Juden, Antworten finden, sowohl was Chancen als auch, was Gefahren betreffe. Auch in die Diskussion um Staatsbürgerschaft und die deutschen Einwanderungsgesetze wolle man sich einmischen, kündigte Blumenthal an. Dafür habe er von deutschen Unternehmen Geld einwerben können, aber auch die Bundesregierung sei an Fortschritten der "Diversity"-Politik interessiert, sagte Blumenthal: Von dort kamen 7,5 Millionen Euro für den Neu- und Umbau der alten Kreuzberger Blumenmarkthalle zum Akademiegebäude des Museums. Insgesamt kostete die Umgestaltung durch den US-Architekten Daniel Libeskind, der zuvor schon das Museum baute, 11,8 Millionen.

Yasemin Shooman, Leiterin der Programme Migration und Diversität der Akademie des Jüdischen Museums Berlin
Yasemin Shooman, Leiterin der Programme »Migration und Diversität« der Akademie des Jüdischen Museums BerlinFoto: Jüdisches Museum Berlin/Jens Ziehe

Die Historikerin Shooman setzt in ihrem Aufklärungskonzept unter anderem darauf, über die Geschichte von Minderheiten „Migration als Normal-, nicht als Störfall der Geschichte“ deutlich werden zu lassen. Auch aus Deutschland habe es im 19. Jahrhundert Massenauswanderung gegeben, auch Deutschland sei immer Exilland für Verfolgte gewesen. Dabei werde man sich nicht zuletzt um jene Minderheiten kümmern, die seltener im öffentlichen Fokus seien. Den hiesigen indischen Einwanderern und ihren Nachkommen zum Beispiel gilt ein Abend im März 2014. „Stadtgeschichten“ sollen Raum und Einwanderung verbinden und ein künftiges „Islamisch-jüdisches Forum“ sich theologischen Themen sowie der Geschichte der Beziehungen zwischen Judentum und Islam widmen. Dabei gehe es ihr weniger darum, jüdische Islamophobie und muslimischen Antisemitismus aufeinander prallen zu lassen, wie Shooman deutlich machte, sondern Räume zu schaffen, in denen Gemeinsames diskutiert wird, etwa über die in beiden Religionen übliche Beschneidung von Jungen oder das Interesse von Jüdinnen wie Musliminnen an einer feministischen Lesart der jeweils heiligen Schriften. „Es geht auch um Stärkung der Beziehungen zwischen den Minderheiten, um Koalitionen angesichts gemeinsamer Interessen“, sagte Shooman. Blumenthal, der in den 30er Jahren bis zur Flucht seiner jüdischen Familie vor der NS-Verfolgung in Berlin aufwuchs, sagte: „Wenn ich an meine Jugend denke und heute Muslime in Deutschland sehe, dann erinnert mich vieles an damals.“

Dass es vielen, auch in der jüdischen Community nicht passen könnte, wenn ein jüdisches Museum seine Aufgaben auch außerhalb des Jüdischen sieht, erwartet auch Blumenthal - aber mit erkennbarer Gelassenheit: "Ich bekomme ständig Briefe, in denen es heißt, wir seien nicht jüdisch genug, warum das Museumscafé nicht koscher serviere und warum es bei uns keinen Rabbi gebe. Denen antworte ich immer: Sie verkennen unsere Mission. Wir sind ein deutsches Geschichtsmuseum." Die Verengung auf Jüdisches sei genau nicht sein Ziel, sagt Blumenthal, denn er wolle - auch den vielen ausländischen Besuchern des Hauses - zeigen, "dass Juden wieder Teil der deutschen Gesellschaft sind".

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