Politik : Jürgen Trittin: Grüne: Kein Streit mehr um Bundesumweltminister

Der grünen-interne Streit um Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat sich zunächst offenbar entspannt. Die Koordinatorin des realpolitischen Parteiflügels, Rita Grießhaber, sagte am Dienstag am Rande einer Sitzung der Grünen-Bundestagsfraktion in Berlin: "Für mich ist das erledigt." Trittin ist vor allem beim realpolitischen Parteiflügel umstritten.

Fraktionschef Rezzo Schlauch sagte, er gehe davon aus, dass die Fraktion geschlossen hinter Trittin stehe. Auch der Haushaltsexperte Oswald Metzger wandte sich gegen eine Fortführung der aktuellen Personaldebatte, machte aber auch seine Distanz zu Trittin deutlich. Die Grünen müssten sich zunächst um ihre thematische Orientierung bemühen. Grießhaber und Metzger sagten, sie würden das Thema Trittin in der Sitzung nicht ansprechen. Grießhaber sagte, der Parteirat habe dem Minister die Gelbe Karte gezeigt. Damit sei klar, dass beim nächsten Vorfall die Rote Karte fällig sei. Diese müsse dann vom Parteirat ausgegeben werden.

Metzger sagte, die Grünen müssten sich nun zunächst programmatisch genau positionieren. Sonst liefen sie Gefahr, bei der Bundestagswahl 2002 unter die Fünf-Prozent-Hürde zu fallen. "Am Ende der programmatischen Diskussion können auch personelle Entscheidungen stehen." Die Debatte um einen Verbleib Trittins im Amt lohne sich aber nicht, "so lange die Personen, die die Personalentscheidungen treffen, mal Hü und mal Hott schreien".

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