• Jugend kifft und säuft nicht mehr so viel Bericht: Internetsurfen wird häufiger zur Sucht

Politik : Jugend kifft und säuft nicht mehr so viel Bericht: Internetsurfen wird häufiger zur Sucht

Berlin - Jugendliche greifen in Deutschland immer seltener zu Alkohol, Zigaretten oder Joints – insgesamt aber haben Millionen Bundesbürger Suchtprobleme. „Es ist der Alkohol, der uns im Moment die größten Schwierigkeiten macht“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, am Dienstag bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2011 in Berlin. So sei Deutschland mit im Schnitt zehn Liter reinen Alkohols pro Kopf und Jahr „an vorderster Stelle im Ländervergleich“. Allein zehn Prozent der Deutschen tränken davon etwa die Hälfte.

Insgesamt 16 Millionen Menschen rauchen. 1,3 Millionen sind abhängig von Alkohol, 1,4 Millionen von Medikamenten, wie Dyckmans mitteilte. „Circa 200 000 Menschen weisen einen problematischen Cannabiskonsum auf“, sagte die FDP-Politikerin weiter. 200 000 Menschen nähmen andere illegale Drogen. Bis zu 600 000 gelten als glücksspielsüchtig, 560 000 seien abhängige Internetnutzer. „Die Internetsucht beginnt dann, wenn man sich überhaupt nicht mehr aus dem Netz herausbewegt und die sozialen Kontakte völlig abbricht.“

Weniger Minderjährige greifen zu den Suchtstoffen. 2010 tranken 13 Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen regelmäßig Alkohol, nach 21 Prozent sechs Jahre zuvor. 13 Prozent der Jugendlichen rauchen, nach 23 Prozent 2001. Fünf Prozent nehmen ab und an Cannabis, vor sechs Jahren waren es noch doppelt so viele.

„Suchtmittelmissbrauch und Suchtmittelerkrankung verursachen große gesundheitliche, soziale und volkswirtschaftliche Probleme“, sagte Dyckmans gleichwohl. Sie kündigte eine neue Anti- Sucht-Strategie mit mehr direkt auf die einzelnen Konsumentengruppen gerichteten Präventionsangeboten an, ohne Details zu nennen. dpa

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