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Jugendarbeitslosigkeit in Europa : Leyen fordert mehr Geld für Jugendliche

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen einen Ausbildungspakt für Europa gefordert. Die Ministerin sieht das Risiko einer „verlorener Generation“.

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Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).Foto: Mike Wolff

Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist immens. Um sie zu bekämpfen, fordert Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen europäischen Ausbildungspakt. „Das Risiko einer verlorenen Generation steht im Raum. Deshalb müssen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften jetzt gemeinsam dafür sorgen, dass wir diesen jungen Menschen eine Perspektive bieten“, sagte von der Leyen dem „Tagesspiegel“. Die europäische Wirtschaft müsse im eigenen Interesse Ausbildungsplätze schaffen. „Wir brauchen einen Ausbildungspakt für Europa“, verlangte die Ministerin. Die CDU-Politikerin sprach sich dafür aus, Lehrlinge aus Südeuropa anzuwerben. „Im Süden suchen junge Menschen verzweifelt nach Arbeit, während in Deutschland viele Lehrstellen unbesetzt bleiben. Das müssen wir zusammenbringen.“

Die sechs Milliarden Euro, mit denen die EU-Staaten in den nächsten zwei Jahren die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit angehen wollen, müssen nach Ansicht der Ministerin aufgestockt werden. „Die sechs Milliarden Euro sind ein wichtiger Beitrag, sie reichen aber nicht.“ In diesem Jahr gebe es noch europäische Mittel in Höhe von 16 Milliarden Euro, die umgewidmet werden könnten. Die Europäische Investitionsbank werde zudem mit bis zu 60 Milliarden Euro helfen. Die sechs Milliarden Euro sollten „in ganz konkrete arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, aber auch in den Aufbau moderner Arbeitsverwaltungen“ investiert werden.

Von der Leyen wies den Vorwurf zurück, dass der harte Sparkurs in Europa zu der Misere entscheidend beigetragen habe. „Die Krise hat Schwächen offenbart, die es schon vorher in diesen Ländern gab.“ In Spanien hätten junge Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen, um im boomenden Bausektor rasches Geld zu machen. „Heute sehen wir, dass dieser Boom nur eine Blase war.“

Das komplette Interview mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen können Sie heute Abend als E-Paper und am Sonntag, 30. Juni 2013, im gedruckten Tagesspiegel lesen.

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