Jugendkriminalität : Kritik an Umsetzungsproblemen in der Rechtsprechung

Der Sprecher der Leiter deutscher Jugendstrafanstalten kritisiert die mangelnde Umsetzung von Urteilen. Richterliche Auflagen können seinen Angaben nach von Jugendlichen leicht umgangen werden.

BerlinIn der Debatte um Jugendkriminalität hat der Sprecher der deutschen Jugendstrafanstaltsleiter, Marius Fiedler, die mangelnde Umsetzung von Urteilen kritisiert. Es gebe ein "Umsetzungsproblem in der Rechtsprechung", sagte Fiedler dem Tagesspiegel. Fiedler bemängelte, dass Jugendliche richterliche Auflagen für die Aussetzung von Strafen zur Bewährung – etwa die Fortsetzung einer Lehre – leicht umgehen könnten. Es sei "der größtmögliche Erziehungsfehler", wenn aus Urteilen keine Konsequenzen folgten, sagte der Leiter der Jugendhaftanstalt Plötzensee in Berlin weiter.

Nach einer Untersuchung der Universität Greifswald war der Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden, die in den neuen Bundesländern im Jahr 2006 inhaftiert waren, höher als in den alten Bundesländern. Der Untersuchung zufolge waren unter 100.000 Personen, die im Jahr 2006 in Ostdeutschland einsaßen, 124 Jugendliche und Heranwachsende – fast 50 Prozent mehr als in Westdeutschland. (Tsp)

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