Politik : Jugendsünden

Markus Feldenkirchen

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Der Pressedienst der PDS faxte am Montag ein Glückwunschschreiben des neuen Bundesgeschäftsführers der PDS an den neuen Generalsekretär der SPD herum. Es ist ein kraftvoller Satz, den der Sozialist Uwe Hiksch dem Sozialdemokraten Olaf Scholz zum ersten Amtstag schenkte: „Aus dem Blickfeld gerät darüber, dass die Überwindung der kapitalistischen Ökonomie zu den Zielsetzungen der Sozialdemokratie zählen muss, und dass die Erkenntnis, erst eine sozialistische Welt werde dauerhaft den Frieden garantieren können, noch heute gilt.“

Gesprochen hat diesen Satz Olaf Scholz selbst, als stellvertretender Juso-Bundesvorsitzender 1987. Hiksch, der Scholz damals mitgewählt hat, verbindet mit den Glückwünschen die Hoffnung auf „intensive Zusammenarbeit“. Grundlage seien dabei jene Positionen, „die Du vor noch gar nicht allzu langer Zeit … entwickelt hattest“. Voller Vorfreude auf die künftige Kooperation erinnert Hiksch zudem an einen wegweisenden Artikel des Autors Scholz in der Zeitschrift „Sozialistische Politik und Wirtschaft“, ebenfalls aus dem Jahr 1987: „Der Friede in der Welt ist bedroht durch eine neue globale Strategie der USA“, analysierte Scholz damals und wetterte offen gegen den „amerikanischen Imperialismus“.

Ja Herrgottsakra. Wie um Himmels Willen wird George Bush auf die jüngsten Hiksch- Enthüllungen über Scholz reagieren? Kann der deutsche Kanzler zu den vergilbten Weisheiten seines Generals schweigen? Egal. Dem flexiblen Scholz empfehlen wir an dieser Stelle, sich an einen anderen Kanzler zu halten. An Adenauer und dessen rheinische Weisheit: „Was stört misch mein Jeschwätz von jestern.“

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