• Jugoslawien nach der Wende: Deutschland hilft beim Wiederaufbau - Räumung der Donau-Fahrrinne

Politik : Jugoslawien nach der Wende: Deutschland hilft beim Wiederaufbau - Räumung der Donau-Fahrrinne

Noch vor der offiziellen Aufhebung der Sanktionen gegen Jugoslawien hat die Bundesregierung ihre finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau des Landes anlaufen lassen. Wie das Auswärtige Amt am Sonntag in Berlin mitteilte, sind bereits am Freitag 500 000 Euro (umgerechnet 978 000 Mark) für die Räumung der Donau-Fahrrinne in Novi Sad überwiesen worden.

In Novi Sad blockieren noch immer die Trümmer der während des Kosovo-Krieges von Nato-Bomben zerstörten Brücke jeglichen Schiffsverkehr. Laut Außenamtssprecher Andreas Michaelis handelt es sich bei der Überweisung um die erste Rate von insgesamt bis zu einer Million Euro (1,956 Millionen Mark), die das Auswärtige Amt am 4. Oktober dem internationalen Fonds "Räumung der Fahrrinne der Donau" zugesagt hatte. Damit sei Deutschland der erste Geldgeber für dieses Projekt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder versicherte Kostunica in einem Glückwunsch-Telegramm, Deutschland werde Jugoslawien beim wirtschaftlichen Wiederaufbau und bei der Integration des Landes in die freie europäische Völkerfamilie zur Seite stehen. Außenminister Joschka Fischer schrieb an Kostunica: "Die Bundesregierung ist bereit, Ihr Land auf diesem Weg zurück nach Europa tatkräftig zu unterstützen."

Zusätzlich stellte die EU Jugoslawien eine Soforthilfe in Höhe von zwei Milliarden Euro (3,9 Milliarden Mark) in Aussicht. Kommissionspräsident Romano Prodi sagte der Tageszeitung "Bild", darüber werde jetzt in den EU-Institutionen entschieden. Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen den neuen jugoslawischen Staatspräsidenten Vojislav Kostunica bereits bei ihrem Sondergipfel Ende dieser Woche in Biarritz treffen. Das kündigte der Hohe Beauftragte für die EU-Außenpolitik, Javier Solana, in einem Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt" an. Ein solches "symbolisches Element" sei für Kostunica sehr wichtig, sagte Solana. Er sprach sich auch für die Aufhebung aller Sanktionen aus. Die EU müsse dem neuen Präsidenten mit allen Mitteln dabei helfen, die volle Kontrolle über das Land zu bekommen.

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