Politik : Jung: Armee braucht mehr Interesse

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Berlin - Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will die gesellschaftliche Anerkennung der Bundeswehr stärken. Jung sagte am Mittwoch beim Jahresempfang der evangelischen Militärseelsorge, die Armee im Einsatz sei auf größtmögliche politische und Gesellschaftliche Unterstützung angewiesen. Bei dem von Bundespräsident Horst Köhler einmal konstatierten „freundlichen Desinteresse“ der meisten Bürger für die Belange und Leistungen der Soldaten dürfe es nicht bleiben. Notwendig sei vielmehr ein „engagiertes Interesse“ der Gesellschaft. Dabei gehe es nicht um Heroisierung, sondern um Solidarität mit den Menschen in der Bundeswehr. Diesem Ziel solle auch das geplante Ehrenmal für die im Einsatz gestorbenen Bundeswehr-Soldaten in Berlin dienen.

Jung bekräftigte zugleich seine Absicht, die Wehrpflicht dauerhaft zu stabilisieren. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kündigte er an, dass er die Zahl der Dienst tuenden Wehrpflichtigen langfristig auf rund 60 000 pro Jahr halten will. Das würde bedeuten, dass wie schon in diesem Jahr rund 4000 junge Männer mehr als bisher vorgesehen als Grundwehrdienstleistende oder freiwillig Längerdienende einberufen werden. Jung zeigte sich zuversichtlich, dass diese Aufstockung auch langfristig zu finanzieren ist. Die 4000 zusätzlichen Stellen für dieses Jahr seien im laufenden Etat zu bezahlen. Der Umfang der Streitkräfte dürfe ohnehin nicht nach Kassenlage festgelegt werden, sondern müsse sich an den Erfordernissen der Sicherheit und der Wehrgerechtigkeit orientieren. Jung nannte es „grenzwertig“, dass heute nur etwa jeder zweite theoretisch Wehrpflichtige einen Dienst ableiste. Eine Berufsarmee sei aber keine Alternative, weil sie kleiner würde und die internationalen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen könnte. bib

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