Politik : Jung kritisiert US-Soldaten in Afghanistan

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Brüssel/Islamabad - Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat die USA zum Umdenken beim Anti-Terroreinsatz in Afghanistan aufgefordert. Die US-Soldaten müssten mehr Rücksicht auf die Zivilbevölkerung nehmen, sagte Jung nach einem Treffen mit seinen EU- Kollegen am Montag. „Ich glaube, dass wir, wenn wir die Bevölkerung gegen uns aufbringen, nicht das Ziel erreichen, erfolgreich zu sein.“ Jung bezog sich explizit nicht auf die US-Soldaten, die in der Nato-geführten Isaf-Truppe eingesetzt sind. Es gehe ihm um die unter US-Befehl stehenden Einheiten der Operation „Enduring Freedom“, die vor allem im Osten des Landes Terroristen aufspüren sollen.

Bei Verhandlungen afghanischer, amerikanischer und pakistanischer Offiziere über gewaltsame Zwischenfälle an der pakistanisch-afghanischen Grenze ist es am Montag zu einer Schießerei gekommen. Dabei wurden nach afghanischen Angaben mehrere Menschen getötet, unter ihnen mindestens ein US-Soldat. Nach Darstellung des afghanischen Verteidigungsministeriums eröffnete ein pakistanischer Offizier während des Treffens überraschend das Feuer und tötete zwei amerikanische Soldaten. Als US-Soldaten das Feuer erwiderten, wurden nach dieser Darstellung mehrere pakistanische Soldaten getötet und verwundet.

Die von der Nato geführte Isaf-Schutztruppe teilte dagegen mit, bei einem Hinterhalt sei ein Soldat getötet worden. Vier weitere Soldaten, deren Nationalität nicht genannt wurde, seien verwundet worden. dpa

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