Politik : Junge SPD-Abgeordnete wollen neue Debatte zur Wehrpflicht

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Berlin - Angesichts des bevorstehenden Libanoneinsatzes haben SPD-Politiker der jüngeren Generation ihre Forderung nach der Abschaffung der Wehrpflicht verstärkt. „Die aktuelle Debatte um den Libanoneinsatz zeigt wieder, wie sehr sich der Auftrag der Bundeswehr verändert hat“, sagte der saarländische SPD-Chef Heiko Maas dem Tagesspiegel. Den Libanoneinsatz begrüßte Maas im Grundsatz. Die wachsende Zahl der Auslandseinsätze spreche dafür, „dass die Bundeswehr immer mehr Spezialaufgaben haben wird“, sagte der Politiker: „Deshalb müssen wir die Wehrpflichtigenarmee überführen in eine Berufsarmee, die kleiner ist, aber dafür besser ausgebildet für die neuen Aufgaben.“ Eine Berufsarmee sei „von ihrer Struktur her viel besser geeignet, sich mit den internationalen Aufgaben in Krisengebieten auseinanderzusetzen“. Die Verankerung in der Bevölkerung sei „mittlerweile der einzige Vorteil“ einer Wehrpflichtigenarmee. Er fürchte aber nicht, dass der Bundestag die Einsätze einer Berufsarmee im Ausland weniger intensiv prüfen und beobachten werde. „Wer glaubt, dass eine Berufsarmee sich zu einem Staat im Staate entwickeln würde, hat wenig Vertrauen zu der Bundeswehr und ihren Strukturen“, sagte Maas. Der SPD-Landeschef verwies zudem auf das Gerechtigkeitsproblem, das entstehe, wenn nur ein Teil eines Jahrgangs eingezogen werde. „Das wird dann immer mehr zu einer Wehrpflichtlotterie“, warnte er.

Der Sprecher des SPD-Netzwerks, Christian Lange, plädierte ebenfalls für eine Berufsarmee. Für die wachsende Zahl der Auslandseinsätze brauche man „hochqualifizierte, bestausgebildete Soldaten“, sagte er: „Das ist mit einer Wehrpflichtarmee nicht zu machen.“ has/hmt

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