Juni 2009 : Transrapid-Teststrecke wird stillgelegt

Die Transrapid-Versuchsanlage im Emsland wird aller Voraussicht nach stillgelegt. Die Testfahrten sollen offiziell zum 30. Juni auslaufen. Nach dem Aus des Projektes ist derzeit kein Absatzmarkt für die Unternehmen Siemens und Thyssen Krupp in Sicht.

Transrapid
Über die Teststrecke im Emsland rast ab 2009 kein Transrapid mehr. -Foto: dpa

HannoverDie Transrapid-Teststrecke im Emsland steht voraussichtlich vor dem Aus. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) teilte am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern des Bundes und der Industrie sowie mit Politikern der Region mit, dass die Entwicklungsfirmen Siemens und Thyssen Krupp momentan keine weiteren Tests über den 30. Juni 2009 als nötig erachten. "Ohne ein Engagement der beiden Industriefirmen gibt es wenig Chancen für die Fortführung", sagte Hirche.

Im Gegensatz zum Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring (CDU), sieht Hirche jedoch noch Hoffnung für die weitere Streckennutzung: "Es sind einige Fragen offen geblieben, ob nicht doch noch ein Weiterbetrieb nach dem 30.6. hinaus für den Export nützlich ist." Dagegen sagte Bröring: "Ich bin pessimistisch, dass uns das gelingt."

Die Rückbauverpflichtung der Anlage liegt beim Bund

Eine endgültige Entscheidung soll nach Angaben Brörings noch vor Weihnachten fallen. "Die Industriefirmen werden sich schriftlich gegenüber dem Bundesverkehrsminister noch im Dezember äußern", sagte Hirche, der zuvor vergeblich versucht hatte, Siemens und Thyssen Krupp von der Notwendigkeit weiterer Tests zu überzeugen. Auch die Bereitschaft Niedersachsens, Geld für die Teststrecke bereitzustellen, änderte an der Haltung nichts.

Für den Fall, dass die Teststrecke tatsächlich nicht weiter genutzt wird, liegt die Rückbauverpflichtung der Anlage beim Bund. "Die Kommunen müssten dann entscheiden, wie es dort weitergeht", erläuterte Hirche. Nach Angaben Brörings gibt es intern bereits konkrete Pläne für die weitere Nutzung des jetzigen Weidelandes. "Für das Emsland wäre das kein schwerer Schlag. Wenn der Transrapid stirbt, werden wir die Teststrecke anders nutzen", sagte Bröring.

Die Teststrecke in Lathen wurde in den 80er Jahren gebaut. 2006 kamen bei einem schweren Unglück 23 Menschen ums Leben, 11 wurden teils schwer verletzt, nachdem ein Transrapid auf einen auf der Strecke abgestellten Werkstattwagen gerast war. (sgo/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar