Justiz : Beckstein will "Killerspiele" verbieten

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein hat seinen Ruf nach einem bundesweiten Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen bekräftigt.

Dresden - "Wir brauchen ein gesetzliches Verbot", sagte Beckstein am Rande des EU-Ministerrates in Dresden. Sonst mache sich die Politik "mitschuldig an der zunehmenden Gewalt". Eine entsprechende Initiative will Beckstein mit Unterstützung Niedersachsens in den kommenden zwei Monaten in den Bundesrat einbringen. Die Justizminister der Europäischen Union wollten in Dresden über striktere Regeln für "Killerspiele" verhandeln. Beckstein nahm als Vorsitzender der Länder-Innenministerkonferenz an dem Treffen teil.

Scharfe Kritik übte Beckstein an Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Sie ist gegen eine Verschärfung der Gesetze in Deutschland und hält die EU in dieser Frage nicht für kompetent. Beckstein sagte dazu: "Ich habe sie gestern an ihre Kompetenz erinnert und an die Koalitionsvereinbarung, wo drinsteht: Killerspiele werden verboten."

In Deutschland war die Debatte um die gewaltverherrlichenden Spiele nach dem Amoklauf eines 18-jährigen Ex-Schülers im nordrhein-westfälischen Emsdetten Ende November erneut entbrannt. Auch EU-Justizkommissar Franco Frattini fordert strengere Regeln gegen die aus seiner Sicht "obszönen und perversen Spiele". (tso/ AFP)

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